Naturmedizinischer Wirkstoff Schafgarbe

Schafgarbe
Wissenschaftlicher Name:
Millefolium (Achillea millefolium)
Familie:Korbblütengewächse

Jeder kennt die Pflanze, die überall auf Wiesen und an Wegrändern zu finden ist. Leider nutzen aber nur wenige ihre Heilkräfte. Schon Pfarrer Kneipp meinte: „Viel Unheil bliebe den Frauen erspart, würden sie ab und zu einmal nach der Schafgarbe greifen.“ 

Was bedeuten die Namen?

Der lateinische Name Achillea geht auf Achilles, den sagenhaften Helden des Trojanischen Krieges, zurück. Aphrodite soll ihm geraten haben, seine Verletzung an der Ferse (Achillessehne) mit dem Kraut zu behandeln. 
"Millefolium" bedeutet Tausendblatt und bezeichnet die vielen filigran gefiederten Blättchen.
Der deutsche Name Schafgarbe kommt wohl daher, dass Schafe zwar die feinen Blättchen gern fressen, die Blütenstände aber stehen lassen, weshalb diese auf Schafweiden oft als auffällige Gebilde stehen bleiben. 
Garbe kommt vom althochdeutschen Garwe und bedeutet „Gesundmacher“. 
Dass Achillea millefolium auch als Gemeine Schafgarbe bezeichnet wird, geht auf eine inzwischen eher ungebräuchliche Bedeutung des Begriffes gemein zurück: gewöhnlich, einfach, normal. 
Viele umgangssprachliche Namen wie Grundheil, Frauendank, Bauchweh-, Blutstill-, Soldaten- und Wundkraut lesen sich wie eine Liste der Anwendungsbereiche in der Volksmedizin. 

Woran erkennt man Achillea millefolium?

Neben Löwenzahn, Kamille und Ringelblume gehört die Schafgarbe zu den Heilpflanzen, die fast jeder kennt. Wie die genannten, gehört auch Achillea zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Sie ist auf vielen Wiesen, Weiden und an Wegrändern zu finden. Charakteristische Merkmale sind die zarten, filigran gefiederten Blätter, die ihr die Bezeichnung „Augenbraue der Venus“ einbrachten. Das bezieht sich wohl auch darauf, dass man die wichtigsten Frauen-Heilkräuter den Göttinnen widmete. 
Man findet die Pflanze auf Wiesen und Weisen. Die bis zu 80 cm langen Stängel sind recht robust und zäh und tragen an ihrem Ende die weiße Blüte. 
Die Blüte ist genau genommen ein doldenförmiger Blütenstand, der sich aus unzähligen kleinen weißen Blüten zusammensetzt. Die Blüte bleibt im Herbst erstaunlich lange erhalten, meist hält sie sogar den ersten Frösten Stand.

Achillea als Garten-Staude

Während die Gemeine Schafgarbe überall in der Natur vorkommt und als wertvolles Heilkraut gilt, haben Gärtner und Pflanzenzüchter inzwischen viele Sorten aus dieser und weiteren natürlich vorkommenden Arten gezüchtet. Sie werden als Garten-Stauden angepflanzt. 
Man spricht bei den weiß bzw. rosa-violett blühenden Formen meist von Achillea-millefolium-Hybriden. Eine der bekanntesten ist die Lilac Beauty Achillea. 
Es gibt aber noch weitere Schafgarben-Arten, die als Garten-Stauden verwendet werden. Allen voran die gelb-blühenden Arten Goldgarbe (Achillea filipendulina) und Goldquirl-Garbe (Achillea clypeolata). Bei den Züchtungen aus diesen Arten spricht man von Achillea-filipendulina-Hybriden bzw. Achillea-clypeolata-Hybriden. Zu den bekanntesten Garten-Gold-Garben zählen die gelb-blühenden Sorten Hohe Gold-Garbe (Coronation Gold), die Hohe Beetgarbe Heinrich Vogeler, die Gold-Garbe Parker und die Goldquirl-Garbe Moonshine.
Auch die weiß-blühende und Polster-bildende Griechische Silber-Garbe (Achillea umbellata) ist in ihrer natürlichen Form oder in Züchtungen inzwischen in vielen Gärten zu finden.

Achillea als Heilpflanze

Zur Verwendung kommt das gesamte getrocknete Kraut, das während der Blütezeit geerntet wird – idealerweise an einem sonnigen Tag im Juni oder Juli.
Das Schafgarbenkraut enthält eine große Anzahl von verschiedenen Inhaltsstoffen, die zu seiner Wirkung beitragen. Mehr als 30 Verbindungen sind identifiziert, ihr Vorhandensein und vor allem ihre Menge variiert jedoch sehr stark in Abhängigkeit von Sorte, Standort, Boden und Wachstumsbedingungen. 
Wesentlich für die Wirkung scheinen die Bitterstoffe und Gerbstoffe zu sein. Wichtige Inhaltsstoffe der Achillea-Arten sind die ätherischen Öle, die auch den charakteristischen Duft der Pflanzen ausmachen. Das ätherische Öl enthält unter anderem die typischen Achillea-Wirkstoffe Achillicin und Achillin. 

In der Erfahrungsmedizin wurde und wird die Heilpflanze Schafgarbe in verschiedenster Weise und mit unterschiedlichen Rezepturen eingesetzt: als Tee, Tinktur, Frischsaft, Wein, Kompresse und Badezusatz. In der Volksmedizin gilt sie als ausgleichend. Wahrscheinlich ist es genau das, was sie gerade in der Frauenheilkunde und hier sowohl bei Regel- als auch Wechseljahresbeschwerden so beliebt macht und zu Pfarrer Kneipps eingangs erwähnten Worten führte.

Alte Kräuterbücher empfehlen Sitzbäder mit Schafgarbentinktur bei krampfartigen Beschwerden im Unterbauch und entzündlichen Harnwegserkrankungen. 
Umschläge und Spülungen können bei Haut- und Schleimhaut-Erkrankungen wundheilend wirken. Die Pflanze galt früher als wichtiges Wundheilkraut, was sich in Bezeichnungen, wie Soldaten- und Wundkraut widerspiegelte. Eine entzündungshemmende, im Unterleib und Magen-Darm-Trakt krampflösende und antibakterielle Wirkung ist inzwischen auch für die phytotherapeutische Anwendung wissenschaftlich nachgewiesen worden.
Die enthaltenen Bitterstoffe erklären die allgemein aufbauende Wirkung, des „Gesundmachers“, wie die Pflanze auch wertschätzend genannt wurde. Sie hat sich in der Volksmedizin auch bei Appetitlosigkeit und anderen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich bewährt.
Auf Grabplatten der Römer ist Achillea millefolium gelegentlich als Sinnbild des Schlafes dargestellt und in Frankreich legten Eltern die Blätter ihren kleinen Kindern auf die Augen, damit sie besser schliefen und träumten.

Achillea-Allergien - was müssen Sie beachten?

Die Pflanze gehört zur Familie der Korbblütengewächse, wie auch beispielsweise Löwenzahn, Arnika, Echinacea, Chrysanthemen, Kamille und Huflattich. Inzwischen gibt es leider viele Menschen, die allergisch auf manche Korbblütler reagieren. Eventuell muss dann auch Achillea millefolium gemieden werden. Allerdings gehört diese Pflanze nicht zu den besonders allergenen Korbblütlern, die sehr häufig allergische Reaktionen provozieren. 
Sie gehört jedoch zu den Pflanzen, die so genannte Kreuzallergien auslösen können: Insbesondere solche Menschen, deren Allergie ursprünglich durch Chrysanthemen oder Mutterkraut ausgelöst wurde, reagieren oft auch allergisch auf Achillea im Sinne einer Kreuzreaktion. 
Die Anwendung von konzentrierten Schafgarben-Kosmetika, -Tees bzw. -Bädern und auch das Pflücken von Wiesensträußen mit dieser Pflanze sollten dann vermieden werden.

Was kann man selbst mit Schafgarbe machen?

Wenn Sie das Kraut selbst ernten wollen, sollten Sie unbedingt beachten, dass der Standort geeignet ist, der Boden also nicht durch Auto-Abgase, Pestizide oder massiven (Hunde-)Dünger-Eintrag belastet ist. Außerdem müssen Sie darauf achten, dass es sich auch wirklich um die natürlich vorkommende Art Achillea millefolium L., also die Gemeine Schafgarbe handelt und nicht um eine andere Art bzw. Züchtung. 
Wenn Sie also unsicher sind, vertrauen Sie lieber auf Apotheken-Qualität, denn Sie können das getrocknete Kraut auch in Ihrer Apotheke kaufen.

Wenn Sie die Heilpflanze selbst ernten und zubereiten wollen, ernten Sie sie am besten an einem sonnigen Tag während der Haupt-Blühsaison zwischen Juni und August. Wählen Sie schöne, junge und frische Pflanzen aus, die Sie dann beispielsweise zu dünnen Sträußen gebündelt trocknen lassen. Im Folgenden finden Sie einige Rezepte, wie Sie Achillea millefolium anwenden können:

Tee: 
Sie erhalten fertigen Schafgarbentee in der Apotheke und sollten diesen dann entsprechend der Anleitung zubereiten. 
Wenn Sie sich aus getrockneten Blättern Tee machen wollen, dann hat sich folgendes Vorgehen bewährt:
Nehmen Sie einen Teelöffel des getrockneten und zerkleinerten Krauts pro Tasse, setzen Sie es mit kaltem Wasser im Topf an, decken diesen ab, lassen den Tee kurz aufkochen, noch etwas ziehen und seihen ihn dann ab. Nicht mehr als 3 Tassen Tee pro Tag trinken und dies am besten kurmäßig über maximal 4 Wochen.

Frischsaft:
Möglichst junge Blätter, eventuell zusammen mit anderen geeigneten Blättern und/oder Früchten im Entsafter entsaften, mit Molke oder Wasser verdünnt trinken. Auch nur in geringen Mengen und über maximal 4 Wochen als Kur anwenden.

Kosmetik:
Frische Blätter zerstampfen und als Packung auf die Gesichtshaut auflegen, 10-15 Minuten wirken lassen oder Kompressen in Schafgarben-Tee tränken und auflegen.

Millefolium in der Homöopathie

In der Homöopathie ist die Bezeichnung Millefolium für die Schafgarbe verbreitet. Genutzt wird das frische blühende Kraut. Zur Anwendung kommt es hier überwiegend wegen seiner Wirkungen auf Blutungen und Blutgefäße.

Verwendete Literatur:

  • Hausen, Vieluf: Allergiepflanzen – Pflanzenallergene: Handbuch und Atlas der allergieinduzierenden Wild- und Kulturpflanzen. Ecomed Verlagsgesellschaft
  • Hiller, K., Melzig, M.F.: Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen. In zwei Bänden. Elsevier GmbH, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 2003
  • Madaus, G.: Lehrbuch der biologischen Heilmittel. Mediamed Verlag 1989
  • Abraham, H., Thinnes, I.: Hexenkraut und Zaubertrank. Unsere Heilpflanzen in Sagen, Aberglauben und Legenden. Urs Freund Verlag

Homöopathische Anwendung von Schafgarbe

die Blutstillende unterstützt bei:

  • Hämorrhoiden und Krampfadern
  • Blutungen
  • Verletzungen
  • starker Regelblutung
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Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.

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