Von Bärbel Tschech |

Prämenstruelles Syndrom (PMS): die Tage vor den Tagen

Kurz erklärt!

Prämenstruelles Syndrom ist die Bezeichnung für körperliche und/oder psychische Beschwerden, die innerhalb der 2 bis 12 Tage vor der Menstruation, also in der zweiten Zyklushälfte, auftreten. Sie verschlimmern sich zunehmend und verschwinden meist mit Eintreten der Regelblutung wieder.

Was ist das Prämenstruelle Syndrom?

Beim Prämenstruellen Syndrom handelt sich um eines der häufigsten gynäkologischen Beschwerdebilder. Drei Viertel der Frauen im gebärfähigen Alter sind davon mehr oder weniger stark betroffen. Was man darunter versteht, wird deutlich, wenn man jeden Teil des Begriffs für sich betrachtet: Beim Prämenstruellen Syndrom handelt es sich um ein Krankheitsbild, das durch das gemeinsame Auftreten bestimmter charakteristischer Symptome gekennzeichnet ist (Syndrom), die vor (prä) der Monatsblutung (Menstruation) auftreten.

Beschwerden & Symptome: Welche Symptome bei PMS?

Die möglichen Beschwerden sind breit gefächert: Es gibt mehr als 150 verschiedene Symptome. Manche der betroffenen Frauen leiden „nur“ unter einem, andere aber auch unter vielen verschiedenen, teilweise sehr stark belastenden Beschwerden. 

Typische Symptome bei PMS:

körperliche Beschwerden:

  • Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung  
  • Rücken- und Kopfschmerzen  
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit  
  • Hautunreinheiten bis hin zu Akne
  • Wassereinlagerung im Gewebe (Ödembildung), Gewichtszunahme
  • schmerzhaft gespannte und empfindliche Brüste 

psychische Beschwerden: 

Verlauf: Wann ist PMS am schlimmsten?

Charakteristisch ist, dass die Symptome in der zweiten Zyklushälfte auftreten und meist mit Einsetzen der Regelblutung endlich wieder verschwinden. Viele Frauen leiden „nur“ ein bis zwei Tage direkt vor der Blutung unter prämenstruellen Beschwerden. Bei manchen der betroffenen Frauen beginnen die Beschwerden aber schon direkt nach dem Eisprung, also 10 bis 14 Tage vor Beginn der Menstruation. Meistens verschlimmern sie sich dann von Tag zu Tag. Man kann also sagen: Egal, ob die PMS-Beschwerden stark sind oder nur leicht – an den ein bis zwei Tagen vor der Regelblutung sind sie am schlimmsten.

Ursachen: Wie kommt es zu PMS?

Die Ursachen sind noch nicht eindeutig geklärt. Mediziner sprechen von einer psychoendokrinen Dysfunktion. Sie meinen damit, dass die Ursachen in der Psyche, im Nervensystem zu suchen sind - und dabei wohl vor allem in einer Fehlfunktion der hormonellen (endokrinen) Steuerung des Nervensystems. 

Wenn man das Prämenstruelle Syndrom verstehen will, muss man zunächst die Rolle der weiblichen Hormone beachten. Deren Auf und Ab sorgt dafür, dass jeden Monat aufs Neue reife Eizellen bereit für eine Befruchtung sind und eine Schwangerschaft entstehen könnte. Um das zu gewährleisten, ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener weiblicher Hormone notwendig. Diese Geschlechtshormone beeinflussen sich jedoch nicht nur gegenseitig, sondern auch andere Hormone und weitere Signal- und Botenstoffe im Körper. Auch Stresshormone, Schilddrüsenhormone und all die Botenstoffe (Neurotransmitter), die für die Regulation von Stimmung und Schlaf verantwortlich sind, werden von den weiblichen Hormonen beeinflusst.
Ein wichtiges Beispiel ist Serotonin: Es ist als Glückshormon bekannt. Ein Mangel kann für depressive Symptome verantwortlich sein. Viele Arzneimittel, die gegen Depressionen zum Einsatz kommen – sogenannte Antidepressiva – wirken, indem sie die verfügbare Menge an Serotonin zwischen den Nervenzellen erhöhen. Diese Arzneimittel gehören zu der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Die Serotoninbildung wird aber auch von den Geschlechtshormonen gesteuert. Dadurch schwankt der Serotoninspiegel bei Frauen zyklusabhängig. Zwischen Eisprung und dem Zeitpunkt kurz vor Menstruationsbeginn nehmen die Serotoninspiegel rapide ab. Das erklärt u.a. die Stimmungsschwankungen.

Auf der anderen Seite können Fehlregulationen anderer Körperhormone auch Einfluss auf die weiblichen Geschlechtshormone haben. Auf diese Weise können andere Grunderkrankungen prämenstruelle Symptome auslösen bzw. verstärken. Das betrifft beispielsweise Schilddrüsen-Erkrankungen und solche Erkrankungen bzw. Lebensumstände, die mit einem Mangel an bestimmten Botenstoffen, wie dem genannten Serotonin, aber auch Melatonin oder anderen wichtigen Substanzen einhergehen. Nicht zuletzt kann die Ernährungs- und Lebensweise Einfluss auf den Hormonhaushalt haben. 

Insbesondere folgende Faktoren können PMS-Symptome verstärken:

  • Stress  
  • zu wenig Bewegung
  • zu viel Zucker, Coffein, Alkohol und Nikotin
     

PMS oder PMDS: Was ist der Unterschied?

Seit dem Jahr 2000 unterscheiden Ärzte PMS von einer weiteren Erkrankung in diesem Zusammenhang: PMDS bzw. im englischen Sprachraum PMDD. Das D steht für „dysphorisch“. Unter der Diagnose „dysphorische Störung“ verstehen Mediziner einen emotionalen Zustand, der sich durch eine traurige oder missmutige Grundstimmung auszeichnet. Bei etwa zwei bis fünf Prozent der Frauen sind die psychischen Beeinträchtigungen während der Tage vor den Tagen so stark, dass sie deutliche Auswirkungen auf Beruf, Tagesablauf und Familienleben haben. Für dieses schwere und komplexe Beschwerdebild steht die Diagnose PMDS (PräMenstruelle Dysphorische Störung) bzw. PMDD (PreMenstrual Dysphoric Disorder). In den USA wird das PMDD als eine Form von depressiver Störung angesehen.

PMS oder schwanger?

Wie unterscheidet man das Prämenstruelle Syndrom von ersten Schwangerschaftsanzeichen? – auf den ersten Blick ist das gar nicht so eindeutig, weil es viele Gemeinsamkeiten gibt. Viele Frauen spüren in beiden Fällen Müdigkeit, Übelkeit, Empfindlichkeit der Brüste und Kopfschmerzen. 

Aber die Dauer der Beschwerden ist unterschiedlich: beim PMS verschwinden die Beschwerden nach einigen Tagen – spätestens mit der nächsten Blutung. Außerdem sollte man sich auch ein bisschen kennen: Prämenstruelle Symptome sind in den meisten Fällen Monat für Monat irgendwie ähnlich. Wenn die Beschwerden anders sind als gewohnt, sollte man an eine mögliche Schwangerschaft denken.
 

Behandlung: Was hilft beim Prämenstruellen Syndrom?

Da es sich um ein komplexes Krankheitsbild handelt, gibt es keine einheitliche Therapie. Für den Gynäkologen / die Gynäkologin ist es im Zuge einer kausalen Behandlung auf jeden Fall sinnvoll, das gesamte Netzwerk der hormonellen Steuerung im Blick zu haben. Man spricht von gynäkologischer Endokrinologie.

Mit Hilfe von hormonellen Verhütungsmitteln (so genannten Ovulationshemmern, früher oft als „Anti-Baby-Pille“ bezeichnet) kann der Eisprung und damit die darauffolgende prämenstruelle Phase verhindert werden. Für manche Frauen ist das der einzige Ausweg aus den monatlichen Qualen. 
Ansonsten erfolgt die Behandlung mit Hilfe von verschiedenen Medikamenten eher symptomatisch: Schmerzmittel, wie Ibuprofen gegen Schmerzen, Diuretika gegen Wassereinlagerungen, Antidepressiva gegen depressive Verstimmung.  
 

Natürliche Therapie: Was kann man naturheilkundlich gegen PMS machen?

Auch die Naturheilkunde hat eine ganze Reihe an Mitteln und Methoden, um natürlich Linderung zu schaffen.

Pflanzenheilkunde

Die Phytotherapie kennt verschiedene typische Frauenmittel, wie den Mönchspfeffer (Agnus castus), Beifuß (Artemisia vulgaris) oder den Frauenmantel (Alchemilla). 
Gerade bei psychischen Symptomen können aber auch Medikamente mit Heilpflanzen, die stimmungsaufhellend, entspannend und beruhigend wirken, sehr gut unterstützen. 

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Wärme (Wickel, Auflagen, Wärmflasche, Bäder)

Auf keinen Fall unterschätzt werden sollte die Rolle von Wärme auf krampfartige Beschwerden. Meistens treten diese aber eher im Rahmen einer Dysmenorrhoe auf – also in Form von krampfartigen Regelschmerzen.

Sport und Bewegung

Bewegung wirkt auf vielfache Weise günstig bei PMS-Beschwerden: 

  • Durch bessere Durchblutung können Krämpfe gelöst und Schmerzen abgebaut werden. 
  • Bei Wassereinlagerungen im Gewebe kann das Wasser besser abtransportiert werden.
  • Sportliche Aktivität fördert die Ausschüttung von Endorphinen, den Glückshormonen.
  • Auch die Bildung des stimmungsaufhellenden Serotonins wird durch Bewegung gefördert.
  • Bei Schlafstörungen kann der Schlaf durch Sport positiv beeinflusst werden.

Entspannungsübungen

Es lohnt sich aus vielen Gründen, Entspannungstechniken zu lernen und zu praktizieren – auch, um PMS-Beschwerden zu lindern. Hilfreich können sein: Yoga, autogenes Training oder die progressive Muskelrelaxation, aber auch ausreichend Schlaf. 

Ernährung

Auch eine ausgewogene Ernährung bzw. die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten könnte helfen, weniger unter PMS zu leiden. Je nach Art der Beschwerden kann es hilfreich sein, in der 2. Zyklushälfte den Konsum von Salz, Schokolade, Koffein und Alkohol einzuschränken. Demgegenüber sollte auf eine besonders gute Versorgung mit Vitamin B6, Vitamin D und E, Omega-3-Fettsäuren sowie den Mineralien Calcium und Magnesium geachtet werden. Damit ist eine Beeinflussung der Stimmungslage, von Brustspannen, Wassereinlagerungen bzw. Heißhungerattacken möglich.

Homöopathie

Homöopathische Mittel haben das Ziel, die körpereigene Regulation, also die Selbstheilungskräfte anzuregen. In Komplexmitteln wie Pascofemin® Tropfen sind verschiedene pflanzliche Wirkstoffe miteinander kombiniert, die ausgleichend auf die Regulation des weiblichen Hormonhaushalts wirken und damit Beschwerden rund um die Menstruation lindern sollen. Dafür ist eine langfristige und regelmäßige Einnahme notwendig.

Bärbel Tschech

Mein Traum war es schon als Schulkind, mal Biologie zu studieren, um später „irgendwas mit Natur“ machen zu können. Dieser Traum wurde Wirklichkeit: Ich studierte Biologie in Greifswald und Ulm und habe danach in der Naturheilkunde mein berufliches Zuhause gefunden. Seit 2001 bin ich Teil des medizinisch-wissenschaftlichen Teams von Pascoe Naturmedizin. Als Fachreferentin bin ich v.a. für die wissenschaftliche Produktinformation verantwortlich, wobei die Themen Homöopathie und Lymphe meine Schwerpunkte sind.

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