Mit Freunden teilen

Säuren und Basen - was hat es damit auf sich?

Unser Stoffwechsel beruht auf faszinierenden biochemischen Prozessen. So arbeiten unzählige Enzyme in unserem Körper daran, Eiweiße, Fette und Kohlehydrate zu Energie umzuwandeln. Damit dies gut funktioniert, ist ein optimales Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut und den Organen nötig. Um diese Balance aufrechtzuerhalten, verfügt unser Organismus über Regulationsmechanismen, die Ungleichgewichten schnell entgegenwirken sollen. Werden diese „Puffersysteme“ aber auf Dauer überlastet, kann es zu Krankheiten kommen.

Säuren sind chemische Verbindungen, die positiv geladene Wasserstoff-Ionen enthalten. Basen (auch: Laugen) sind Verbindungen mit negativ geladenen Wasserstoff-Ionen. Kommt eine Säure in Kontakt mit einer Base, so neutralisieren sich diese Stoffe gegenseitig. Abhängig davon, welche Wasserstoffanteile in einer Flüssigkeit überwiegen, erhält man eine saure oder eine basische Lösung. Die Messgröße für den Säuregrad ist der pH-Wert, der von 1 bis 14 reicht. Ein pH-Wert unter 7 zeigt ein saures Milieu an, über 7 spricht man von einem Basenüberschuss, der Wert ist basisch. Man spricht hier auch von einem alkalischen Wert.

Alle Körperflüssigkeiten und Organe benötigen ein speziell auf ihre Aufgabe zugeschnittenes Milieu. Während der Magen z. B. mit einem sauren pH-Wert von 1 bis 4 gut funktioniert, braucht die Bauchspeicheldrüse einen basischen Wert. Daher hat der Pankreassaft im Idealfall einen pH-Wert von 8,5. In unserem Blut bewegt sich der optimale pH-Wert in engen Grenzen zwischen 7,35 und 7,45. Bei niedrigeren Werten spricht man von einer „Azidose“. Liegen zu hohe Werte vor, wird eine „Alkalose“ diagnostiziert. Beides kann vielfältige Beschwerden nach sich ziehen.

Regulationsorgane

Lunge: atmet Säuren in Form von Kohlendioxid ab
Niere: spült Säuren u. a. in Form von Harnsäure mit dem Urin aus
Leber: wandelt Fette in Säuren um, die dann über die Niere ausgeschieden werden können
Darm: führt Säuren über den Stuhl ab
Haut: entsorgt Säuren über den Schweiß
Bindegewebe und Muskulatur: können überschüssige Säuren zwischenspeichern
Knochen: größtes Speichermedium für basische Mineralstoffe, auf die der Körper bei erhöhtem Bedarf zugreifen kann

Regulationssysteme des Körpers

Bei jedem Stoffwechselvorgang entstehen Säuren oder Basen, die das sie umgebende Milieu verändern. Beim Muskelstoffwechsel entsteht beispielsweise Milchsäure, beim Proteinstoffwechsel Harnsäure. Darüber hinaus nehmen wir Säuren und Basen über unser Essen und Trinken auf. Kommt es zu einem Säureüberschuss, benötigt unser Körper ausreichend Basen, um das gesunde Milieu wiederherzustellen. Insbesondere im Blut ist ein konstanter pH-Wert lebenswichtig! Daher stehen unserem Organismus gleich mehrere Puffersysteme zur Verfügung. Das Blut selbst enthält Bicarbonate, die Säuren binden können. Weitere Regulationssysteme befinden sich in den Organen.

Übersäuerung: Ursachen, Symptome und Folgen

Von einer Übersäuerung spricht man, wenn die Säurebelastung für den Körper akut oder chronisch zu hoch wird und dadurch Stoffwechselvorgänge behindert. Eine akute Übersäuerung kann z. B. durch akute Stoffwechselstörungen z. B. bei Diabetes oder Nierenerkrankungen hervorgerufen werden. Eine chronische Übersäuerung hingegen entwickelt sich meist unbemerkt über Jahre.

Faktoren einer chronischen Übersäuerung

  • Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an tierischen Eiweißen
  • Low-carb-Diäten
  • exzessiver Sport
  • chronischer Stress
  • chronische Entzündungen

Eine dauerhaft erhöhte Säurebelastung gilt als eine der wesentlichen Faktoren moderner Zivilisationskrankheiten. Erste Anzeichen für eine Überlastung des Organismus können jedoch sehr unspezifisch sein.

Symptome, die auf eine Übersäuerung hinweisen können:
- chronische Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Haut-, Nagel- oder Verdauungsprobleme.

Das Säure-Basen-Gleichwicht unterstützen: Tipps und Hinweise

Weil ein chronisch übersäuerter Organismus nicht von heute auf morgen entsteht, braucht die Wiederherstellung eines gesunden Gleichgewichts ebenfalls Zeit. Daher kann es hilfreich sein, wenn Sie Ihren Lebens- und Gesundheitsstil überprüfen, um nachhaltige Veränderungen vorzunehmen. So fördern Sie einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt

Ernährung: Obst und Gemüse gelten als ideale Basenbildner. Sie sollten täglich auf Ihrem Speiseplan erscheinen. Trinken Sie außerdem ausreichend Wasser, damit Ihre Nieren gut arbeiten können.

Bewegung und Entspannung: Von moderatem Sport profitiert der gesamte Organismus. Schon etwas Bewegung an der frischen Luft, kann einen positiven Effekt haben, denn Stoffwechsel und Ausscheidung werden bei Bewegung aktiviert und unterstützt. Regelmäßige Aktivität in Verbindung mit ausreichenden Entspannungsphasen kann Ihnen darüber hinaus helfen, Stress zu reduzieren. Also runter vom Sofa und aktiv der Gesundheit etwas Gutes tun!

Mineralstoffe: Zink, Kalzium und Magnesium sind lebenswichtige Nährstoffe unseres Körpers. Vor allem Zink ist unerlässlich für die Bildung von Puffersubstanzen, die für den Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts gebraucht werden. Es ist zudem ein wichtiger Bestandteil von Haut, Nägeln sowie Knochen und stärkt das Immunsystem. Kalzium gibt den Knochen Halt und Struktur. Magnesium unterstützt das Nervensystem und die Muskulatur. Mineralstoffe sind überwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Grüner Tee ist ebenfalls eine wertvolle Mineralstoffquelle. Zusammen mit seiner stoffwechselanregenden Wirkung kann er z. B. Unterstützung bieten, wenn Sie sich eine Gewichtsreduktion zum Ziel gesetzt haben. Darüber hinaus können spezielle Mineralstoffpräparate helfen, einen erhöhten Bedarf in besonderen Belastungssituationen zu decken.