Von Aline-Maria Rühtz |

Burnout – Ausfall wegen Treibstoffmangels

Kurz erklärt!

Unter einem Burnout versteht man einen anhaltenden Erschöpfungszustand, der mit körperlichen Beschwerden und psychischen Symptomen einhergehen kann. Die Betroffenen sind oft überarbeitet bzw. überfordert und leiden unter Dauerstress und innerer Anspannung. Typische Symptome sind Antriebslosigkeit, Hilflosigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und erhöhter Blutdruck. Die Beschwerden bleiben über Wochen und Monate bestehen und bessern sich auch nicht nach einer gewissen Erholungszeit, etwa nach einem Urlaub.

Was ist Burnout?

„Burnout: Ausfall eines Triebwerks wegen Treibstoffmangels“ – so lautet die offizielle Definition in der Raumfahrt und sie erklärt im übertragenen Sinne auch das eigentliche medizinische Problem, was hinter diesem Krankheitssyndrom steckt. Bei einem Burnout hat der Körper nachweislich zu wenig Energie in seinen Zellen [1], es kommt zu einer mentalen und körperlichen Kapitulation. Aber wie erkennt man rechtzeitig, dass man betroffen ist? Und wie bekommt man das Gefühl der völligen Erschöpfung wieder in den Griff?

Noch vor einigen Jahren galt Burnout als spezielles Problem von Lehrern, Managern und besonders engagierten Menschen in helfenden Berufen. Dieses emotionale, körperliche und geistige Ausgebrannt-Sein kann jedoch jeden treffen, der unter starkem Stress leidet. Unter dem Begriff Burn-out-Syndrom werden die verschiedenen Symptome zusammengefasst, die mit diesem anhaltenden Erschöpfungszustand einhergehen. Als Auslöser kommen äußere oder innere Ursachen in Frage; oftmals ist auch eine Kombination von beidem möglich. Ein „äußerer“ Auslöser ist allgemein eine subjektiv hoffnungslose Arbeits- oder Beziehungs- oder Lebenssituation. Liegt die Ursache „innen“, haben Betroffene in der Regel viel zu hohe Ansprüche an sich selbst und der Stress ist somit „hausgemacht“.

Das Burnout-Syndrom entwickelt sich schleichend, so dass erste Warnsignale wie Schlafstörungen und innere Unruhe oft übersehen werden. Offensichtlich wird die Erkrankung meist erst, wenn permanente Erschöpfung, Lustlosigkeit und Versagensängste zu einem deutlichen Leistungsabfall bei der Arbeit führen. Erstmals beschrieben wurde dieses Phänomen in den 1970er Jahren von dem amerikanischen Psychoanalytiker Herbert Freudenberger. Die Bezeichnung geht auf einen Roman des Autors Graham Greene zurück. In „A Burnt-Out Case“ beschrieb er, wie ein von seinem Beruf verzweifelter Architekt den Ausstieg aus seinem Leben wagt. Der Begriff Burnout wurde nach Freudenbergs Entdeckung auch von seinen Kollegen verwendet und erlangte so weltweit Bekanntheit.

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Personen mit Burnout-Symptomen stark zugenommen. Dauerhafte Überlastung führt zu negativem Stress und dieser kann die Entstehung verschiedener Erkrankungen mit begünstigten.
Der Begriff negativer Stress beinhaltet auch die individuelle Interpretation der jeweiligen Situation. Wenn es gelingt, sie als positive Herausforderung für die Entwicklung seiner Persönlichkeit anzusehen, wird sie weniger negative Auswirkungen auf den eigenen Gesundheitszustand haben, als das Gefühl, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Ausschlaggebend ist also weniger die Arbeitsmenge oder die Anstrengung selbst, sondern das Gefühl, das man bei der Tätigkeit hat. Solange man gerne und freiwillig tut, was man tut, und sich dabei seiner eigenen Grenzen bewusst ist, besteht auch keine Gefahr. Sobald eine Tätigkeit aber gegen innere Widerstände verrichtet werden muss und man an der Sinnhaftigkeit dieser zweifelt, ist die psychische Gesundheit gefährdet.

Symptome: Wie merkt man, dass man ein Burnout hat?

Ein Burnout geht mit Einbußen im allgemeinen Wohlbefinden und der körperlichen Gesundheit einher, denn es betrifft sowohl den Körper als auch die Seele. Ein typisches Gefühl ist: „Ich kann nicht mehr“.
Im Allgemeinen werden damit Symptome wie emotionale und körperliche Erschöpfung und eine verringerte Arbeitsleistung assoziiert. Die Beschwerden können sich zum Teil jedoch in sehr unterschiedlichen Symptomen äußern.

Körperliche Symptome

Wie äußert sich ein Burnout körperlich? Manche Personen leiden unter unerklärlichen körperlichen Beschwerden. Häufig fängt es mit diesen sogar an; die Verknüpfung zu einem Burnout ist dadurch umso schwieriger. Verschiedenste Magen-Darm-Beschwerden machen Betroffenen zu schaffen, chronische Schmerzen und nicht zuletzt so genannte funktionelle Herz-Kreislauf-Beschwerden, also spürbare Herz-Beschwerden, wie Herzrhythmusstörungen, für die es aber keine organischen Ursachen gibt. Möglich sind auch Kopf-, Muskel-, Hals- und Gelenkschmerzen, sowie Schlaflosigkeit, Herzrasen, Bluthochdruck oder häufig wiederkehrende Infekte. Auch Panikattacken und Tinnitus sind mögliche körperliche Symptome.
Oft haben Betroffene mit solchen Beschwerden bereits eine Odyssee an Arztbesuchen hinter sich. Sie fühlen sich nicht ernst genommen, wenn organisch alles in Ordnung ist und der Arzt oder die Ärztin von „psycho-somatischen Beschwerden“ spricht. „Psychisch“ bedeutet für Viele immer noch so viel wie „eingebildet“. Aber gerade die Diagnose Burnout und auch andere psychische Erkrankungen zeigen, dass diese Beschwerden sehr real sind, auch wenn Außenstehende sie weniger gut nachvollziehen können als eine klassische Krankheit oder die Beschwerden, die ein gebrochenes Bein mit sich bringt.

Psychische Burnout-Anzeichen:

  • totale Erschöpfung, Energiemangel und Erholungsunfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme
  • Entscheidungsunfähigkeit
  • Leistungs- und Antriebsschwäche
  • Versagensängste und andere Angst-Gefühle
  • Gleichgültigkeit, emotionale Erschöpfung, innere Leere und Langeweile
  • Desillusionierung oder Verzweiflung
  • Ruhelosigkeit, nervöse Unruhe, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit
  • Schwächegefühl
  • Bitterkeit, Zynismus
  • Gefühl mangelnder Anerkennung
  • geringe Frustrationstoleranz
     

Die Burnout-Phasen:

In der Literatur sind verschiedene Phasenmodelle zu finden, die den Verlauf des Burnout-Syndroms beschreiben Prinzipiell geben diese Schemata eine grobe Position an, also eine Momentaufnahme des Krankheitszustandes. Die Modelle dienen der Orientierung und können hilfreich sein, um die davorliegende Stufe Richtung Ausstieg aus dem Burnout zu erkennen und anzusteuern. Phasen können immer auch ausgelassen werden und meist gibt es hier fließende Übergänge.
Zu Beginn beobachtet man bei den Betroffenen häufig, dass sie auf Hochtouren arbeiten, dabei aber ihre seelische Handbremse angezogen haben. Eine innere Unzufriedenheit stellt sich ein. Es folgt ein Rückzug, der zunächst noch unmerklich ist, später aber auch eine sichtbare Verminderung der Leistungskraft zeigt. Es kommt zu körperlichen Beschwerden wie Schlafstörungen; Erholungen sind kaum noch möglich. Die letzte Phase mündet in einer inneren Leere, Passivität und Lebensunlust. Diese Phase entspricht dem, was die meisten als Burnout erkennen können.

Was ist der Unterschied zwischen einer Depression und einem Burnout?

Grundsätzlich ist es schwierig, zwischen einem Burnout-Syndrom und einer Depression eindeutig zu unterschieden, da beide ähnliche Symptome aufweisen und zudem individuell sehr unterschiedlich verlaufen können. Symptomatisch lässt sich ein fortgeschrittener Burnout-Fall somit nicht mehr von einer Depression unterscheiden. Der Unterschied liegt jedoch in der Entstehungsgeschichte und in der Tatsache, dass die Depression bereits als eigenständige Krankheit anerkannt ist. Der Hamburger Psychologe Matthias Burisch formuliert es so: „Burnout ist nichts Rätselhaftes; Ausbrenner haben Probleme, mit denen sie erfolglos kämpfen oder gekämpft haben, die aber prinzipiell lösbar sind. Depressive leiden an Unabänderlichem, oft Unerklärlichem.”
Die Symptome beider Erkrankungen sollten in jedem Fall möglichst früh erkannt und behandelt werden, um eine Abwärtsspirale rechtzeitig unterbrechen zu können. 

Wie und wann kann man die Burnout-Spirale stoppen?

Abgesehen von allgemeinen Tipps zur Stressbewältigung wie Achtsamkeitstraining und Selbstfürsorge, können auch pflanzliche Arzneimittel einen positiven Einfluss haben. Nach einem anstrengenden und stressigen Tag brauchen Körper und Geist einen erholsamen Schlaf. Tagsüber wirkt Pascoflair 425 mg beruhigend und Neurapas® Filmtabletten zudem stimmungsaufhellend.

Wer ist gefährdet?

Wie ein Burn-out entsteht, ist bisher nicht restlos geklärt. Ungünstige Lebensbedingungen können ebenso zu den Ursachen gehören wie die Persönlichkeit des Betroffenen oder das private Umfeld.
Sehr häufig betrifft das Ausgebrannt-Sein Menschen, die sich stark in ihrer Arbeit engagieren, beispielsweise Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Erzieher oder Lehrer. Einem erhöhten Risiko sind auch sogenannte Workaholics ausgesetzt, die keine Überstunde auslassen und Personen mit einem ausgeprägten Helfersyndrom oder allgemeinem Überengagement sowie Menschen mit chronischem Stress.

Folgende Faktoren erhöhen das Burnout-Risiko zusätzlich:

  • große Verantwortung unter Zeitdruck oder langweilige Routinen
  • unerfüllbare Vorgaben
  • zu hohe Anforderungen an sich selbst
  • unklare oder wechselnde Erfolgskriterien
  • Schichtdienst oder stark wechselnde Arbeitszeiten
  • mangelnde Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten
  • schlechtes Betriebsklima
  • Angst um den Arbeitsplatz

Oft sind Menschen betroffen, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen und alle Aufgaben perfekt erledigen wollen, aber zugleich ein eher geringes Selbstwertgefühl haben. Sie trauen sich wenig zu und können nicht gut mit Enttäuschungen, Frust und Kränkungen umgehen, da ihnen geeignete Bewältigungsstrategien fehlen.

Menschen in gesundheitlich-sozialen Bereichen bzw. in Berufen mit viel Menschenkontakt sind besonders gefährdet, an einem Burnout zu erkranken.Die Corona-Pandemie hat die Lage in diesen Sektoren noch weiter verschärft. Gerade im Gesundheitsbereich ist die Arbeitsbelastung seitdem stark gestiegen. Aber auch für Arbeitnehmerinnen und -nehmer im Homeoffice führt die Vereinbarkeit von Job und Familie oftmals zu schwer überwindbaren Hürden. Wenn sich Beruf und Privatleben nicht ausreichend voneinander trennen lassen, fehlt oft die dringend notwendige Zeit zur Regeneration und die Gefahr einer Überlastung steigt. 60% der Österreicher gaben in einer Statista-Umfrage von 2017 bereits an, dass sie eine gute Abgrenzungsfähigkeit zum eigenen Job für besonders wichtig halten, um nicht an einem Burnout zu erkranken.

Wie lange dauert ein Burnout?

Wie lange ein Burnout dauert, hängt stark von der Komplexität des Falles ab. Bei Personen, die grundsätzlich eine positive Einstellung zum Leben und der Arbeit haben, sich aber akut in einer außergewöhnlichen Belastung befinden, genügt teilweise bereits eine mehrwöchige Auszeit oder/ und ein spezielles Coaching. Schwere Verlaufsformen, die mit körperlichen Beschwerden wie Panikattacken einhergehen, können längere Krankschreibungen notwendig machen. Abhängig ist die Dauer der Krankschreibung selbstverständlich auch von der medizinischen, familiären und beruflichen Unterstützung, die der Einzelne erfährt. Dies sind jedoch nur grobe Richtwerte, die individuell sehr unterschiedlich ausfallen können und immer von der behandelnden Ärztin/ dem behandelnden Arzt in Zusammenarbeit mit der Patientin/ dem Patienten entschieden werden.

Was kann ich selbst tun? Geht Burnout von allein weg?

Erkennt man rechtzeitig ein aufkommendes Burnout-Syndrom ist es durchaus möglich, mit den entsprechenden Verhaltensregeln entgegenzusteuern. Wichtig ist, sein Verhalten zu reflektieren und die verfahrene Situation selbst zu erkennen, ohne sich dafür zu tadeln. Wenn die Ursache "außen" liegt, sollte sie auch von außen gelöst werden. Hierbei können unter Umständen Sozialarbeiter, Betriebsräte oder auch Rechtsanwälte behilflich sein. Liegt die Ursache "innen", können verhaltenstherapeutische Tipps aus dieser Phase heraushelfen. 

Wie wird ein Burnout diagnostiziert?

In der aktuellen Version des weltweit für Gesundheitspolitik und Krankenkassen maßgeblichen Katalogs von Störungen, dem ICD-11, wird Burnout wie folgt definiert: „Burnout ist ein Syndrom, das als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz konzeptualisiert wird, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Es ist durch drei Dimensionen gekennzeichnet:

  1. Gefühle von Energieverarmung oder Erschöpfung,
  2. erhöhte innere Distanz zur Arbeit oder Gefühle von Negativismus oder Zynismus in Bezug auf die Arbeit;
  3. und verminderte professionelle Wirksamkeit.“

Damit gilt Burnout zwar nach wie vor nicht als eigenständiges Krankheitsbild, wird aber seit dem neuen Katalog der WHO erstmals als Folge von chronischem Arbeitsstress definiert. In der Kritik von einigen Therapeuten ist jedoch die Tatsache, dass die Klassifizierung rein arbeitsbezogen ist und andere herausfordernde persönliche Lebenssituationen, wie z.B. Eltern zu sein, prinzipiell aus dem Raster fallen; dabei belegen aktuelle Studien auch die Möglichkeit eines sogenannten "Eltern-Burnouts". Die beschriebenen Symptome sind unter jeglichen Stress-Situationen denkbar, sodass die aktuelle Definition nach Meinung vieler Experten nicht weit genug gefasst ist. 

Der schwierigste Schritt für Betroffene ist meist zu erkennen, dass Dauerstress tatsächlich krank macht. Bei einem Verdacht sollte in jedem Fall möglichst früh die Hausärztin/ der Hausarzt angesprochen werden - am besten schon, wenn erste Beschwerden wie Schlafstörungen, Erschöpfungszustände oder Magen-Darm-Probleme auftreten. Oft folgt eine Überweisung zur weiteren Behandlung an eine Spezialistin/ einen Spezialisten, üblicherweise an eine Psychologin/ einen Psychologen oder eine Psychotherapeutin/ einen Psychotherapeuten. Zunächst ist es wichtig, körperliche Erkrankungen als Ursachen auszuschließen, die zu ähnlichen Symptomen führen können. Neben Blut-Untersuchungen und bildgebenden Verfahren wie Ultraschall-Untersuchungen helfen verschiedene standardisierte Fragebögen dem Arzt, eine klare Diagnose zu stellen. Anschließend kann eine individuell passende Behandlung erarbeitet und begonnen werden und eine Krankschreibung in Erwägung gezogen werden.

Gibt es einen Burnout-Test?

Durch die komplexe Diagnostik und die Vielfalt der Symptome und Ursachen des Burnouts weist die Literatur eine entsprechend große Bandbreite an Messinstrumenten auf. Am breitesten ist das Angebot für Fragebögen. Das Maslach Burnout Inventory (MBI) dominiert bis heute die Forschung. Es umfasst 22 Fragen und besteht aus drei Säulen: Emotionale Erschöpfung, Depersonalisation (korrekter: Dehumanisierung) und Leistungs(un)zufriedenheit.

Dabei ist zu beachten, dass dieser Test eher darauf abzielt, die Gefährdung zu ermitteln und nicht den Grad und die Intensität. Er lässt Aussagen über die Gefühlswelt zu und kann bewusst machen, wie sehr Betroffene tatsächlich unter ihrer Arbeit leiden. Aber dafür kann es immer auch andere Gründe geben, die in der Persönlichkeit oder der Krankengeschichte liegen. Zudem bezieht sich die Erkrankung oftmals auch nicht ausschließlich auf den Arbeitsplatz. Der Vielschichtigkeit des Burnout-Syndroms kann dieser Test nicht vollumfänglich gerecht werden. Dennoch wird er in den meisten Studien zu diesem Thema genutzt und kann wertvolle erste Hinweise liefern. Er fragt beispielsweise ab, ob man sich durch seine Arbeit erschöpft oder frustriert fühlt oder ob es einem noch leichtfällt, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Die Auswertung und Besprechung sollten im besten Fall gemeinsam mit einer Ärztin/ einem Arzt erfolgen, um eine bestmögliche Therapie zu erhalten.

Burnout Behandlung: Welche Hilfe gibt es bei Burnout?

Da die Burnout-Behandlung immer zur Persönlichkeit und zu den Lebensumständen des Patienten passen muss, gibt es keine Standard-Therapie und auch kein allgemein passendes Medikament. In einem frühen Stadium kann es genügen, eine längere Pause vom Stress einzulegen, beispielsweise in Form eines mehrwöchigen Urlaubs oder einer Kur. Dabei kommt es vor allem darauf an, sich vom Alltag zu lösen und an einem anderen Ort auf andere Gedanken zu kommen, mal die Arbeit sein zu lassen und das eigene Wohl, anstelle der Krankheit in den Mittelpunkt zu rücken.

Burnout-Patienten profitieren meist sehr gut von der Behandlung durch einen Psychotherapeuten oder Verhaltenstherapeuten. Die kognitive Verhaltenstherapie ist ein sehr hilfreiches und anerkanntes Mittel. Betroffene werden in der Therapie in der Regel dazu angehalten, ihre Arbeitssituation zu verändern und ihre Erwartungen an sich, das eigene Leben und ihren Job zu überdenken. Burnout-Betroffene müssen häufig lernen, ihre wahren eigenen Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen und ihnen im nächsten Schritt auch gerecht zu werden.

Hinzu kommt das Erlernen von mehr Achtsamkeit – sich selbst und seiner Umwelt gegenüber, aber auch bei jeder Handlung. Nicht umsonst haben Achtsamkeits-Trainings gerade so großen Zuspruch.

Eine Verhaltenstherapie kann Betroffenen dabei helfen, anders mit belastenden Situationen umzugehen, aber auch für eine bessere Work-Life-Balance zu sorgen. Die Burnout-Therapie kann sowohl ambulant als auch stationär, etwa in einer Klinik für Psychosomatik, erfolgen.

Gegebenenfalls wird auch ein Medikament verordnet, meist eines aus der Gruppe der Antidepressiva, die sonst bei Depressionen verabreicht werden. Häufig kommen dann Wirkstoffe aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer zum Einsatz. Sie sorgen dafür, dass mehr Serotonin, also das so genannte „Glückshormon“ für das Nervensystem zur Verfügung steht. Auch pflanzliche Arzneimittel, Physiotherapie oder Musiktherapie sind mögliche hilfreiche Optionen.
 

Burnout und Sport

Wenn der Betroffene im Rahmen seines Burnouts unter depressiven Verstimmungen leidet, kann Sport, wie z.B. ein langsam aufbauendes Lauftraining, Verbesserung mit sich bringen. Die entstehenden Erfolgserlebnisse können körperlich mitverfolgt werden und wirken der gedrückten Stimmung oder Antriebsschwäche entgegen. Dabei ist es wichtig, kleine Schritte zu gehen und immer dem jeweiligen Energielevel anzupassen, um sich nicht durch weiteren Terminstress zu verausgaben. Mit der Zeit kann dies die allgemeine Aktivität im Leben der Betroffenen erhöhen und so bei der Alltagsbewältigung wertvoll unterstützen.

Prävention: Was kann man vorbeugend tun?

Maßnahmen zur Burnout-Prävention empfehlen sich schon bei den ersten Anzeichen von extremem privatem oder beruflichem Stress. Übermäßige Belastungen sollten nicht zum Dauerzustand werden, sondern möglichst rasch verringert werden. Wichtig ist es dabei, regelmäßig Zeit für Erholung einzubauen und die Sicht auf die positiven Seiten des Lebens zu schärfen.
Ebenso wichtig wie die Stress-Bewältigung ist eine gesunde Lebensweise, also eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse sowie ausreichend Bewegung an der frischen Luft (Waldspaziergang) und ein gesunder Tagesrhythmus.

Thomas Bergner – erfolgreicher Autor von vielen Sach- und Fachbüchern, sowie Ratgebern zur mentalen Gesundheit – hat ein 12-Stufen-Programm für die Prävention des Burnouts entworfen, das viele Tipps zur Selbsthilfe enthält. Zunächst ist es nach diesem Modell notwendig, zu erkennen, dass man krank ist und diese Realität auch anzunehmen. Im nächsten Schritt geht es darum, sich selbst besser zu verstehen. Was sind meine persönlichen Werte? Was spendet mir Kraft? Was entzieht mir meine Energie? Mit diesem Verständnis fällt es leichter, nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Ein guter Umgang mit Zeit und Terminen, sowie eine Steigerung der persönlichen Zufriedenheit, innerer Achtsamkeit und Optimismus sind hier nur Beispiele. Eine wichtige Säule zur erfolgreichen Prävention ist auch die Frage nach der Rolle in meinem Leben: Welche (berufliche) Rolle spiele ich in meinem Leben, welche würde ich gerne spielen? Die Erkenntnisse aus den ersten 11 Stufen münden optimalerweise in der Frage und Antwort nach dem Sinn meines eigenen Lebens.

Auch ein stabiles soziales Umfeld, das in stressigen Zeiten genügend Rückhalt bietet, ist hilfreich. Wer sich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte, findet in unseren Ratgebern noch weitere nützliche Informationen.

Pflanzenheilkunde: Welche Pflanzen können bei Burnout-Symptomen unterstützen?

Die Kraft der Pflanzen kann auch zur Behandlung von Burnout-Symptomen erfolgreich eingesetzt werden. Hierbei kommen vor allem folgende Heilpflanzen in Frage: die Passionsblume, Johanniskraut, Baldrian und Melisse. Auch Kombinationen aus diesen Pflanzen können genutzt werden.

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Pflanzliches Arzneimittel gegen nervöse Unruhe entdecken.
 

Weitere Tipps für starke Nerven

  • Lernen Sie „NEIN“ zu sagen!
  • Lernen Sie Prioritäten zu setzen, um Energie zu sparen.
  • Setzen Sie sich nicht unter Druck.
  • Suchen Sie das Gespräch mit Freunden.
  • Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen guttun.
  • Machen Sie regelmäßig Entspannungsübungen (z. B. Yoga, Autogenes Training, Tai-Chi)
  • Sorgen Sie für das, was wirklich wichtig für Sie ist.
  • Behalten Sie Ihren Sinn für Humor.
  • Vertrauen Sie auf die Intelligenz Ihres Körpers.
  • Nutzen Sie auch die Kraft von pflanzlichen Arzneimitteln: bei nervöser Unruhe Pascoflair 425 mg und Neurapas® Filmtabletten.
  • Auch homöopathische Komplexmittel wie Pasconal Nerventropfen können Sie hier unterstützen.

Literatur

Bücher

  • 1 Brand S., K. Ebner, et al.: „Influence of Regular Physical Activity on Mitochondrial Activity and Symptoms of Burnout— An Interventional Pilot Study”, Clin Med 2;9(3):667 2020*

*: Bei Literatur: Erscheinungsjahr; bei Webseiten: Datum des letzten Abrufs

Aline-Maria Rühtz

Während meines Pharmaziestudiums in Marburg entdeckte ich mein großes Interesse an Heilpflanzen und der Naturmedizin. Als Apothekerin sind mir eine gute Wirksamkeit von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln genauso wichtig wie eine hohe Verträglichkeit für den Anwender. Nach 10 Jahren Berufspraxis in einer öffentlichen Apotheke arbeite ich nun seit 2022 im medizinisch-wissenschaftlichen Team von Pascoe. Es ist ein wunderbares Gefühl, jeden Tag Neuigkeiten aus der aktuellen Studienlage zu erfahren und das Wissen über unsere vielen Produkte mit allen Interessierten teilen zu können.

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