Schlafstörungen – wenn die Nacht zur Qual wird

Von Dr. Inga Trompetter
aktualisiert

Kurz erklärt

Sind Sie ausgeschlafen und voller Energie aus dem Bett gesprungen und in den Tag gestartet?

Nein? Dann finden Sie im Folgenden nützliche Informationen über die verschiedenen Formen, Ursachen und Auslöser von Schlafproblemen. Tipps zum Einschlafen und für einen erholsamen Schlaf, sowie Behandlungsmöglichkeiten der Naturmedizin werden Ihnen ebenfalls hier vorgestellt.

Ja? Dann kennen Sie vielleicht jemanden, der betroffen ist und können ihn oder sie auf diesen Beitrag aufmerksam machen.

Schlaflosigkeit – Definition und Symptome

„Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen!“ - Jugendliche sind nach Partys, Filmnächten und anderen besonderen Gelegenheiten stolz auf solche Erfahrungen und gleichen den fehlenden Schlaf schnell wieder aus.

Das sieht schnell anders aus, wenn anhaltende Schlaflosigkeit auf die hohen Anforderungen im täglichen Privat-, Schul- und Berufsleben treffen. Per Definition gilt eine ungenügende Dauer und/oder Qualität des Schlafs für einen Zeitraum von mindestens vier Wochen als akute Schlafstörung (Insomnie), wenn sie mindestens dreimal pro Woche auftritt. Halten die Probleme mehr als 3 Monate an, ist dies eine chronische Insomnie. Wie Schlafprobleme medizinisch eingeteilt werden, können Sie unter 7. Verschiedene Formen von Schlafstörungen nachlesen.

Nicht durchschlafen zu können oder ganze Nächte wach zu sein ist sehr anstrengend. Körper und Geist fehlen die Ruhephasen für eine ganze Reihe wichtiger Funktionen, was bei den Betroffenen einen hohen Leidensdruck erzeugt. 

Tagsüber zeigen sich dann die unangenehmen Folgen z. B. in folgenden Symptomen:

  • Konzentrationsstörungen
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • schnelle Erschöpfung
  • Ungeduld und erhöhte Reizbarkeit
  • Ruhelosigkeit, Unruhe, Erregung
  • Störung von Atmung, Herzschlag, Blutdruck, Körpertemperatur und Hormonhaushalt

Was sind die Ursachen für Schlafstörungen?

Zu den bekanntesten Gründen für Ein- und Durchschlafstörungen gehören die eigenen Lebensgewohnheiten: Die Genussmittel Alkohol, Nikotin und Koffein können durch nächtliche Entzugserscheinungen den Schlaf beeinträchtigen. Bei Kaffee, schwarzem Tee, Energy-Drinks und anderen koffeinhaltigen Getränken kann die anregende Wirkung länger anhalten als beabsichtigt, was ebenfalls zu schlaflosen Nächten führen kann. Hinzu kommen Bewegungsmangel und ungesunde Ernährungsgewohnheiten, wie fettreiche Speisen und scharfe Gewürze, die das Magen-Darm-System stark beschäftigen. 

Nicht unterschätzen sollte man störenden Einflüsse, die die Schlafumgebung beeinträchtigen z. B. zu viel Licht, Lärm oder eine ungeeignete Matratze. Schichtarbeit oder regelmäßige Reisen mit starker Zeitverschiebung können den Tag-Nacht-Rhythmus erheblich durcheinanderbringen. Als Auslöser kommen darüber hinaus körperliche Erkrankungen oder psychische Ursachen in Frage, beispielsweise:

Einige Medikamente können Schlafstörungen als Nebenwirkung auslösen, dazu gehören auch bestimmte Antidepressiva, Schlafmittel und Bluthochdruck-Medikamente, bestimmte Asthma-Medikamente, Schilddrüsenhormone, Kortison, Antibiotika, einige Mittel gegen Allergien (Antihistaminika) oder harntreibende Mittel.

Die häufigsten Ursachen sind jedoch Stress und Nervosität. Was am Tag nicht erledigt werden konnte, kreist nachts als Gedanken durch den Kopf. Anstehende Termine, die Sorge etwas Wichtiges zu vergessen, am nächsten Morgen zu verschlafen oder den Anforderungen nicht zu entsprechen, tragen ebenfalls nicht zu einer erholsamen Nacht bei - im Gegenteil. Nervosität und innere Unruhe steigen mit jeder wachen Minute, mit jedem neuen Gedanken weiter an. Schläft man dann völlig erschöpft ein, wird der unruhige Schlaf als wenig wohltuend empfunden und ist nicht selten mit nächtlichem Aufwachen verbunden.

Pasconal 50ml Nerventropfen Packshot PZN 00667158

Pflanzliches Arzneimittel bei Schlafstörungen entdecken. 

Zum Produkt

Detail

Wie viel Schlaf brauchen wir? – Schlaf und seine Funktionen

Die Schlafdauer verändert sich in verschiedenen Lebensphasen. Schlafen Neugeborene noch 14-18 Stunden am Tag, sinkt bis zum Erwachsenenalter der Bedarf auf etwa 7-8 Stunden Schlaf. Ältere Menschen fühlen sich oft schon nach 5-6 ungestörten Schlafstunden ausgeruht. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Schlafdauer, sondern auch die Schlafqualität. Die Dauer eines gesunden und erholsamen Schlafes ist individuell verschieden und lässt sich mit Hilfe eines Schlaftagebuchs herausfinden. 

Ausreichend Schlaf ist für den Menschen lebenswichtig und sehr viele Prozesse im Körper sind an eine rhythmische Abfolge von Tag und Nacht angepasst. Die Schlaf-Wach-Regulation ist angeboren und wird unbewusst über das Hormon Melatonin gesteuert. Nach dem Einschlafen verringert sich die Spannung in der Skelettmuskulatur, der Blutdruck und die Körpertemperatur werden gesenkt, die Atemfrequenz sinkt und der Atem wird regelmäßiger. Nicht alle Körperfunktionen werden jedoch einfach nur verlangsamt und verringert. Zwischen Einschlafen und Aufwachen werden vermehrt Wachstumshormone und das Hormon Melatonin ausgeschüttet.

Die Konzentration des Stresshormons Cortisol fällt insbesondere im Tiefschlaf stark ab, so dass Stress und Angstempfindungen reduziert werden. Im Gehirn wird die Gehirnentwicklung verstärkt. Es werden neue Verbindungen geknüpft, um Informationen zu verarbeiten und abzuspeichern, die am Tag aufgenommen wurden. Eine gute Nachtruhe fördert also die Lern- und Merkfähigkeit.

Die Bedeutung des Schlafs für ein gesundes Immunsystem sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden, da bestimmte Prozesse in dieser Zeit besonders effektiv ablaufen. So wird das Immunsystem durch Bildung neuer Abwehrzellen gestärkt, freie Radikale werden abgefangen, es werden Zellschäden repariert und es können sogar Tumorzellen gehemmt werden. Viele Heilungsprozesse werden in Gang gesetzt. So hat der Begriff „Schönheitsschlaf“ tatsächlich einen wahren Kern, denn in der Nacht werden Hautzellen sehr viel schneller erneuert als tagsüber. Zusätzlich werden viele Stoffwechselvorgänge gesteuert. So wird beispielsweise das Hormon Leptin gebildet, das ein Gefühl der Sättigung hervorruft und damit den Fetthaushalt stabilisiert. 

Welche Schlafphasen gibt es?

Gesunder Schlaf sorgt dafür, dass der Mensch am nächsten Morgen erholt und mit neuer Kraft aufwacht. Dieser Effekt liegt in den verschiedenen Schlafphasen begründet.

Man unterscheidet REM- und Non-REM-Phasen. Während des REM-Schlafs (rapid eye movement) bewegen sich die Augen sehr schnell und unruhig. Träume sind in dieser Phase besonders lebhaft, weshalb sie auch Traumphase genannt wird. Sie beträgt etwa 20 Prozent der Gesamtzeit und nimmt bei älteren Menschen weiter ab.

Der andere Teil besteht aus Non-REM-Schlaf (non rapid eye movement). Dieser ist noch einmal unterteilt in Leichtschlaf- und Tiefschlafphasen. Die verschiedenen Zyklen wechseln sich in der Nacht immer wieder ab. Mit zunehmender Schlafdauer verlängern sich die REM- und Leichtschlafphasen, sodass sie gegen Morgen überwiegen. Während der unterschiedlichen Zeitspannen sind verschiedene Teile des Gehirns aktiv. Es schläft zwar nicht, nutzt aber die Zeit, um die Erlebnisse des Vortages zu verarbeiten, zu ordnen und abzuspeichern.

Je nach Alter sind die Schlafphasen unterschiedlich verteilt. Ein Neugeborenes hat noch kein festes Schlafmuster. Ab den 4. Lebensmonat verbringt ein Kind den meisten Schlaf in der REM-Phase. In den Folgemonaten nehmen die Anteile des Tiefschlafs bis kurz vor der Pubertät immer weiter zu. In dieser Zeit schlafen Kinder sehr tief, während ihr Gehirn gleichzeitig wichtige Entwicklungsprozesse ablaufen.

Neurapas balance 60 Tabletten Packshot PZN 01498137

Pflanzliches Arzneimittel zur Unterstützung bei Schlafstörungen entdecken.

Zum Produkt

Detail

Wann sollte man bei Schlafstörungen zum Arzt gehen? Diagnose einer Schlafstörung

Die richtige Diagnose kann unter Umständen schwierig sein. Auf der einen Seite gibt es Menschen, die zwar subjektiv zu wenig schlafen, jedoch tagsüber körperlich und geistig erholt sind. Andere nehmen keine Schlafstörung wahr, zeigen aber tagsüber die passenden Symptome. Wer sich gerne mit seinem Schlafverhalten auseinandersetzen möchte, kann ein Schlaftagebuch führen. Hinweise vom Lebenspartner z. B. zum Thema "Schnarchen" oder einer veränderten Atmung (Schlafapnoe) können ebenfalls hilfreich sein. Die Österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung (ÖGSM) bietet nicht nur viele Informationen für Betroffene an, sondern auch eine Liste mit akkreditierten Schlaflaboren in Österreich.

Erste Anhaltspunkte für chronische Schlafstörungen liegen dann vor, wenn die Schlafprobleme, wie Durchschlafstörungen oder Schlaflosigkeit, seit vier Wochen oder länger bestehen. Die Betroffenen bemerken auch tagsüber Beschwerden, wie ausgeprägte Müdigkeit oder haben einen hohen Leidensdruck. Für eine endgültige Diagnose sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird mögliche Ursachen z.B. durch eine körperliche Untersuchung abklären und eventuell einen Test im Schlaflabor anordnen, bevor mit einer passenden Therapie begonnen werden kann.

Schlafstörungen bei Kindern sind keine Seltenheit. Für eine Diagnose ist eine gute Zusammenarbeit von Eltern und Kinderarzt wichtig. Hier kann ein Schlaftagebuch gute Dienste leisten. Abgesehen von den Schlafgewohnheiten kann dort auch festgehalten werden, ob das Kind tagsüber z. B. unter starker Schläfrigkeit leidet, unkonzentriert oder zappelig ist. So kann der Kinderarzt schneller erkennen, ob das Schlafverhalten des Kindes zum Entwicklungsstand passt, ob es Hinweise auf eine organische Ursache gibt und ob eine Behandlung nötig ist.

Welche Formen von Schlaflosigkeit gibt es?

Je nachdem welche Beschwerden vorliegen, werden die Schlafprobleme verschiedenen Typen zugeteilt:

Wie behandelt man Schlafstörungen?

Hier können Sie sich das Schlaftagebuch herunterladen:

Zum Schlaftagebuch

Wie behandelt man Schlafstörungen natürlich? – Naturmedizin für einen gesunden Schlaf

Wer tatsächlich unter einem Schlafmangel und entsprechenden Beschwerden leidet, sollte den gestörten Schlaf nicht als gegeben hinnehmen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Schlafqualität zu verbessern. Wichtig ist zunächst die Ursache zu erkennen. Liegt eine körperliche Erkrankung vor, sollte diese zuerst behandelt werden. Danach ist es wichtig abzuwarten, ob die Schlafstörung weiterbesteht. Die Heilungsphase sollte je nach Art der Krankheit von einem entsprechenden Arzt oder Psychotherapeuten begleitet werden. Eine oft genutzte Methode gegen Schlaflosigkeit ist die Selbstmedikation mit einem Schlafmittel. Viele dieser Tabletten sollten jedoch nicht zu häufig und über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da dadurch die Probleme auf Dauer noch verstärkt werden könnten. Hilfreicher können natürliche Maßnahmen zur Regulation eines gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus und Medikamente aus der Naturheilkunde und der Homöopathie sein.

Homöopathische und pflanzliche Arzneimittel können bei Schlafstörungen eine gute und sanfte Hilfe geben. Dies gilt insbesondere dann, wenn innere Unruhe, Nervosität und ähnliche Gefühle einen guten Schlaf verhindern. Als Wirkstoffe werden verschiedene Heilpflanzen, wie Baldrian (Valeriana), Passionsblume (Passiflora), Hafer (Avena sativa) und Ignatiusbohne (Ignatia), genutzt. Sie können für eine Linderung der Nervosität sorgen und bergen keine Gefahr der Abhängigkeit und Persönlichkeitsveränderungen. Besonders in Kombination mit Meditation, Autogenem Training, Progressiver Muskelentspannung und weiteren Entspannungsübungen kann bei den Betroffenen eine Besserung der Schlafproblematik erzielt werden.

Weitere Informationen zum Thema "Natürliche Schlafmittel" finden Sie in unserem Anwendungsbereich.

Pasconal® Nerventropfen sind eine homöopathische Arzneispezialität, die bei Schlafstörungen durch Nervosität genutzt werden können.

Neurapas® Filmtabletten enthalten eine pflanzliche Dreierkombination aus Johanniskraut, Passionsblume und Baldrian, die zur Behandlung von seelischen Verstimmungszuständen und nervös bedingten Ein- und Durchschlafstörungen verwendet werden kann. 

Bei Pascoe Naturmedizin arbeite ich sowohl in der Klinischen Forschung als auch in der Arzneimittelsicherheit. Dadurch eröffnet sich mir die Möglichkeit mit sehr vielen Abteilungen der Firma zusammen arbeiten zu können, was meinem breiten Interesse an der Naturmedizin sehr entgegen kommt. Für mich ist der gesamte Prozess interessant: die Heilpflanzen und deren Anbau, die Verarbeitung zum Extrakt und weiter zum fertigen Arzneimittel, die Wirkung und Verträglichkeit der Produkte, die Erkrankungen bei denen sie eingesetzt werden und die Menschen, die sie einnehmen und anwenden. Mehr erfahren

Expertise & Vertrauen
Unsere Texte und Broschüren werden überwiegend von Pascoe-Mitarbeitern erstellt. Sie werden fachlich und wissenschaftlich von hausinternen Experten - Pharmazeuten, (Human)-Biologen und Ernährungswissenschaftlern - inhaltlich und rechtlich geprüft. Sollten Sie Fragen zu den Textinhalten oder unseren Produkten an unsere wissenschaftlichen Ansprechpartner haben, senden Sie uns gerne eine E-Mail an info(at)pascoe.at

Alles Weitere zu unseren Experten finden Sie hier.

Die Produkte