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Naturmedizinischer Wirkstoff Sonnentau

Drosera rotundifolia

Familie: Sonnentaugewächse (Droseraceae)

Beim Rundblättrigen Sonnentau handelt es sich um ein kleines und unscheinbares Pflänzchen: etwa 20 cm hoch, mit kreisrunden Blättchen. Typisch für diese Art ist, dass sich das Blatt plötzlich in den Stiel verschmälert und dadurch wie eine kleine Kelle aussieht. Das Besondere der Sonnentau-Arten: Jedes Blatt trägt etwa 200 winzige tentakelartige Auswüchse. Die Pflanze blüht von Juni bis August. Der Blütenstand ist aufrecht und trägt an seinem Ende eine kleine Traube weißer Blüten. Es gibt noch 2 weitere heimische Arten von Sonnentau: den Langblättrigen Sonnentau (Drosera anglica) und den Mittleren Sonnentau (Drosera intermedia). Sie bilden ebenfalls Tentakeln an den Blatt-Rändern.

Woher kommt der Name Sonnentau?

Sowohl der lateinische Name Drosera als auch der deutsche Name Sonnentau beziehen sich auf die kleinen Wasser-Tröpfchen, die an den äußeren Blatt-Rändern sitzen und von den Tentakeln abgeschieden werden. Drosera leitet sich vom griechischen drósos – Tautropfen ab. Früher hielt man diese vermeintlichen Wasser-Tröpfchen, die in der Sonne glänzen, für Tautropfen. Heute weiß man, dass es sich um ein enzymhaltiges Sekret handelt, das das Blatt ausscheidet und für die ganz spezielle Eigenschaft der Pflanze nutzt: Beim Sonnentau handelt es sich um eine fleischfressende Pflanze.

Wo wächst der Sonnentau?

Der Lebensraum dieser unscheinbaren Sonnentau-Arten sind Moore. Die bei uns heimischen Arten kommen auch in den subarktischen und gemäßigten Zonen von Europa, Asien und Nordamerika vor.

Ein Moor stellt besondere Ansprüche an seine Bewohner: Neben der Staunässe ist es auch durch Nährstoffarmut gekennzeichnet. Vor allem sind Moore sehr stickstoffarm. Einige Pflanzen, wie der Sonnentau, haben ganz eigene Strategien entwickelt, um dem Stickstoffmangel an diesem besonderen Standort vorzubeugen: Sie nutzen Insekten als Stickstoffquelle. Deshalb bezeichnet man sie etwas martialisch als fleischfressende Pflanzen.

Was bedeutet fleischfressende Pflanze?

Fleischfressende Pflanzen, wie die Drosera-Arten, sollte man eigentlich eher als insektenverdauende Pflanzen bezeichnen. Aber das klingt natürlich weniger spektakulär. Ursache für diese Eigenart ist ihre besondere Anpassungsweise an ihren nährstoffarmen Standort: Sie nutzen Insekten als Stickstoffquelle, weil sie kaum Stickstoff aus dem Boden aufnehmen können. Im Falle des Sonnentaus werden die winzigen Arten der Insekten mit Hilfe des klebrigen Sekrets, der wie Tautropfen an den Blättern sitzt, eingefangen. Dieses Sekret ist es dann auch, das die Tiere „verdaut“. Das heißt: Es spaltet die Nährstoffe so auf, dass die Pflanze sie nutzen kann. Vermutlich ist der Sonnentau nicht völlig auf diese Stickstoff-Quelle angewiesen: Er wächst auch ohne erfolgreichen Insektenfang. Aber er nutzt den Stickstoff wie Dünger: Mit dieser Nahrungsquelle entwickeln sich die Pflanzen kräftiger.

Da Moorflächen, der natürliche Lebensraum des Sonnentaus, immer weniger werden, geht auch das Vorkommen des Sonnentaus zurück. Deshalb stehen alle Sonnentau-Arten unter Naturschutz. Für die Arzneizubereitung werden Drosera-Arten kultiviert und aus Madagaskar und anderen Anbaugebieten in Belgien, den Niederlanden, Tschechien und der Slowakei bezogen.

Sonnentau als Heilpflanze und Husten-Mittel in der Homöopathie

Gerade die Produktion der eiweißspaltenden Enzyme in den klebrigen Tröpfchen ist verantwortlich für die arzneiliche Wirkung. Die Hauptwirkstoffe sind die Naphtochinone Droseron und Plumbagin. Sie sind durch eine zwar hautreizende, aber bemerkenswert schwach allergene Wirkung gekennzeichnet.

Sonnentau wirkt krampflösend auf die Bronchialschleimhaut und lindert den Husten-Reiz. Der Arzt und Pflanzenheilkundler Dr. Weiss hat in seinem „Lehrbuch der Phytotherapie“ in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts eindrücklich beschrieben, dass sich die Kombination aus einem Thymian-Hustensaft und einer kleinen Menge an Drosera besonders gut bewährt hat, gerade bei krampfartigen Hustenanfällen.

Immer wieder wurde in der Literatur darauf hingewiesen, dass im Falle von Drosera der Satz „Viel hilft viel“ nicht gilt. Zwar ist die Pflanze kaum giftig, aber die beste Heilwirkung scheint in geringen Dosierungen aufzutreten.

Gerade deshalb ist Drosera wohl in der Homöopathie ein so beliebtes Husten-Mittel.

Insbesondere krampfartiger Husten mit heftigen Hustenanfällen kann mit Drosera in homöopathischen Potenzen von D1 oder D2 gut behandelt werden. Das Mittel ist vor allem dann angesagt, wenn Bronchien und Kehle sehr trocken sind, ein bellender Husten auftritt, der unproduktiv ist, weil die Schleimhäute kaum Schleim produzieren. An Drosera sollte man immer denken, wenn man unter quälenden Hustenanfällen und nächtlichem Reizhusten leidet, also der Art von Husten, der sich mit Vorliebe dann zu verschlimmern pflegt, wenn man zu Bett geht.

Drosera rotundifolia ist heute zentraler Bestandteil vieler homöopathischer Mittel für die Behandlung von Beschwerden wie Asthma, Krampf- und Reizhusten. In niedrigen Potenzen ist der in der Homöopathie eingesetzte Sonnentau nebenwirkungsfrei und für den geplagten Husten-Patienten eine Wohltat.

Homöopathische Anwendung von Sonnentau

der Hustenlöser unterstützt bei:

  • Entzündungen der Atemwege
  • Keuchhusten
  • asthmatischen Beschwerden

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zum Sonnentau in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.