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Naturmedizinischer Wirkstoff Bergwohlverleih

Arnica montana

Familie: Korbblütengewächse, (Asteraceae)

Die Arnika ist in den Höhenlagen vieler europäischer Gebirge anzutreffen. Dort wächst die mehrjährige, krautige Pflanze bevorzugt auf leicht saurem Boden. Arnica montana erreicht eine durchschnittliche Wuchshöhe von ca. 30 cm. Von Juli-September blüht sie mit leuchtend gelb-hellorangen Blüten, welche einen aromatischen Duft verströmen. Allerdings findet man die Arnika nur noch sehr selten in der Natur. Deshalb steht sie in ganz Europa unter Naturschutz und darf aus diesem Grund nicht gepflückt werden.

Leider ist sie außerhalb ihres natürlichen Vorkommens gar nicht so leicht zu kultivieren und deshalb kaum in Bauern-Gärten zu finden. Trotzdem: Die Arnika gehört zu den meist geschätzten Heilpflanzen mit einem sehr breiten Wirk-Spektrum. Für viele sind die Arnica-Globuli das erste homöopathische Mittel, was aus der Hausapotheke zum Einsatz kommt, wenn es um Erste Hilfe nach Verletzungen, Prellungen, Zahn-Extraktionen und blauen Flecken geht. Das gilt besonders dann, wenn kleine Kinder im Haus sind. Und sicher ist es auch das Mittel, welches schon so manch einen Zweifler von der Wirksamkeit der Homöopathie überzeugt hat.
„Oft nach einem Tag, oft schon nach einer Stunde, belächelst du den Schmerz und fühlst nicht mehr die Wunde“, schreibt der deutsche Dichter Friedrich Rückert. Er spielt damit auf das vielzitierte Sprichwort an, dass die Zeit alle Wunden heile. Das tut sie zwar, aber mit dieser Heilpflanze, die als echter Regenerationsbeschleuniger anzusehen ist, tut sie´s erheblich schneller.

Arnica: ein erst seit dem 17. Jahrhundert hoch geschätztes Kraut

Die antiken Ärzte kannten Arnica montana noch nicht. Möglicherweise liegt es daran, dass sie nicht in den mittleren und südlichen Lagen Griechenlands und Italiens wächst, sondern eher in den Gebirgen Mittel- und Nordeuropas. 
Zum ersten Mal erwähnt wird die Arnika im 14. Jahrhundert bei Matthaeus Sylvaticus, der sie Arnich nennt. Der Name leitet sich vermutlich vom altgriechischen arnion – Schäfchen, Schaffell, Vlies ab und spielt auf die weiche Behaarung am Blütenboden an.

Die deutsche Bezeichnung Bergwohlverleih bringt schon ihren universellen Heilcharakter zum Ausdruck. Man vermutet aber, dass der Name auf das althochdeutsche volves-zeisala (zeisan – zerreißen) oder wolfesgele (Wolfsgelb) zurückgeht. Ob man das Blütengelb in Verbindung zum Gelb im Auge des Wolfes sah oder die Pflanze für die Behandlung des „Wolfes“, einer Hautentzündung, schätzte, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei feststellen. Letzteres würde aber gut passen und die Verbindung zu unserer umgangssprachlichen Formulierung „sich einen Wolf laufen“ erklären: Hautverletzungen bzw. -reizungen, die sehr gut mit Arnika behandelt werden können.

Von ihren enormen wundheilenden Kräften zeugen bis heute auch die zahlreichen volkstümlichen Bezeichnungen wie Wundkraut, Stichkraut, Fallkraut, Kraftrose oder das bildreiche „Stoh up un goh hen“ – „Steh auf und geh heim“, wie man die Pflanze im Wesergebiet nennt.

Eine interessante Aussage zu Arnika findet sich bei Tabernaemontanus im frühen 17. Jahrhundert: „Bey den Sachsen braucht es das gemeine Volck, denen so hoch hinunter gefallen, oder so sich sonst etwan mit Arbeyt verletzt haben: Nement ein Handt voll, sieden es in Bier, drincken des Morgents einen Trunck warmb davon, decken sich zu, und schwitzen: Wo sie sich dann verletzt haben, empfinden sie an dem verletzten Ort großen Schmertzen, auff zwo oder drey Stundt, und werden also kuriert.“

Goethe und die Arnika

Eines der beeindruckendsten Zeugnisse über die Heilwirkung der Arnika stammt von Johann Wolfgang von Goethe. Der Dichter erlitt im Februar 1823 einen Herzinfarkt, der von seinem Arzt mit Arnikatee behandelt wurde. Goethe, der während des Anfalls schon sein Ende nahen sah („Ich fühle, dass der Moment gekommen, wo in mir der Kampf zwischen Leben und Tod beginnt.“) erholte sich derart rasch, dass er ein rechtes Loblied auf die Pflanze erhob: „Sei dir von außen gewaltsam Schaden getan, Stoß, Hieb, schneidende Wunde – in ihr ist dir wunderbare Hilfe nahe. Die Lebenskräfte strömen, der Puls kräftigt, das Herz ermutigt sich; was als blutiger Erguss, als Blutgeschwulst sich verlor, besinnt sich auf die richtige Bahn. Muskeln und Sehnen straffen sich, die Gestalt, verletzt und beschädigt, stellt sich her; durchaus aber auch das Nervensystem, das schwer zu heilende … In der Genesung verjüngt, preise ich sie (die Arnika) höchlichst, und es ist doch nur sie selbst, die sich preist, die wahrhaft unerschöpfliche Natur, die jene Blume erzeugt und die Heilung, in der sie sich als die ewig Hervorbringende abermals ankündigen will.“ Der damals schon 74-jährige Dichter erholte sich dank seines Arnikatees so gründlich, dass er noch weitere neun Jahre bei recht guter Gesundheit erlebte.

Arnica - das Multitalent

Arnica wirkt entspannend auf das Blutgefäßsystem, die Gefäße und Kapillaren. Darüber kann sich die Durchblutung verbessern und auch die Gewebe-Regeneration.

Traditionell verwendet wird Arnika als Wund-Desinfektionsmittel und Wundheilmittel bei Verletzungen und als Mittel gegen verschiedene Beschwerden wie Entzündungen, Glieder- und Nervenschmerzen. Heute kommt sie besonders in der Homöopathie überall dort zum Einsatz, wo Gewebe verletzt, geschwollen, gestaucht, geprellt, gequetscht oder blutunterlaufen ist, kurzum, wo es in seiner natürlichen Ordnung gestört wurde und eine beschleunigte Regeneration gewünscht wird. Sei es zur Behandlung von Unfallfolgen, Venenentzündungen, Gelenkschmerzen, Furunkeln, Insektenstichen, Mundschleimhautentzündungen und vielen anderen Störungen. Deshalb ist Arnica heute ein wichtiger Bestandteil auch in zahlreichen komplex-homöopathischen Arzneimitteln zur Gewebe-Regeneration nach Verletzungen. Was weniger bekannt ist: Arnica hat auch eine antirheumatische Wirkung: Sogar schmerzhafte Gelenk-Beschwerden können sich bessern, wenn sie mit Arnica behandelt werden. 

Rudolf Steiner schrieb einst zu dieser Pflanze: „Bringen Sie in der richtigen Dosierung in den menschlichen Organismus eine Substanz von Arnica montana hinein, so werden Sie in der Regel sehen, dass mindestens zunächst eine starke Beeinflussung des Nervensystems da ist. Der richtige Vorgang wird da sein, wenn Sie bemerken können, wie der Kranke nun sich stärker fühlt, wie er glaubt, er wird jetzt die Sache von sich aus bezwingen können.“

Kurz: Arnica montana weist entzündungshemmende, antibakterielle und schmerzstillende Eigenschaften auf. Sie wird besonders bei Verletzungen, Prellungen, Blutungen, Hämatomen sowie Durchblutungsstörungen und Schmerzen aber auch nach starker körperlicher Anstrengung verwendet. Zum Einsatz kommen die frischen Blüten. Aufbereitet werden diese zumeist zu Tinkturen oder Salben bzw. zu homöopathischen Mitteln.

Der Vielseitigkeit der Arnica-Wirkung entsprechend, verwendet auch Pascoe Naturmedizin diese Heilpflanze in verschiedenen homöopathischen Komplexmitteln, die auf verschiedene Beschwerden z. B. rund um Herz-Kreislauf und Schmerzen wirken.

Trotzdem ist Vorsicht geboten

Das gilt v.a. für die unkritische Anwendung von konzentrierter Arnika-Tinktur. Die Arnika kann bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen - sowohl nach der inneren als auch nach der äußeren Anwendung. Deshalb sollte man gerade bei Kindern auf konzentrierte Lösungen verzichten und lieber Mittel aus der Homöopathie verwenden, die man in der Apotheke kaufen kann. Denn darin ist das allergene Potential weniger hoch. Aus einer Arnika-Allergie kann sich auch eine Allergie auf andere Korbblütler entwickeln. Korbblütler-Allergiker sollten ganz auf die Verwendung von Arnica montana verzichten - auch in Form von Globuli.

Homöopathische Anwendung von Bergwohlverleih

das Unikum unterstützt bei vielfältigen Beschwerden:

  • Verletzungen, Blutungen, Hämatomen
  • Durchblutungsstörungen
  • Schmerzen

 

 

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zu Bergwohlverleih in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.