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Naturmedizinischer Wirkstoff Natriumchlorid

Natrium chloratum

Natriumchlorid, was ist das und wo kommt es in der Natur vor?

Bekannt ist es auch als Kochsalz oder einfach „Salz“. Es ist das Natriumsalz der Salzsäure mit der chemischen Formel NaCl. Natrium-Ionen und Chlorid-Ionen bilden also dieses Salz. In seiner festen Form kommt es als gesteinsbildendes Mineral Halit bzw. Steinsalz in großen Mengen in der Erdkruste vor. Daraus werden 70 Prozent des weltweit verbrauchten Speisesalzes produziert. Der Rest wird aus Meersalz gewonnen, denn im Meer gibt es die größten Vorräte an gelöstem Kochsalz. Das Meerwasser hat einen durchschnittlichen Salzgehalt von ca. 3,5 %. Wobei die Spanne recht groß ist: Das Tote Meer hat einen Salzgehalt von 28 %, die Ostsee von 0,2 bis 2 %. 

Physiologische Kochsalzlösung ist Natriumchloridlösung

Wenn Sie schon mal vom Arzt oder im Krankenhaus eine Infusion bekommen haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es sich dabei um eine Natriumchlorid-Lösung gehandelt hat, kurz auch als NaCl-Lösung bezeichnet. Wir kommt das? Mengenmäßig gehört Natrium zusammen mit Calcium und Kalium zu den wichtigsten Mineralstoffen im menschlichen Organismus. Bei einem Körpergewicht von 70 kg beherbergen wir ca. 100 g Natrium, welches als Na+-Ion vorliegt. Zwei Drittel der zugehörigen Anionen sind Chlorid-Ionen (Cl-) und ein Drittel sind Bikarbonat-Ionen (HCO3-). 97 % davon befinden sich außerhalb der Zellen (extrazellulär), 3 % innerhalb der Zellen (intrazellulär). Da NaCl 90 % der extrazellulären Elektrolyte im Blut ausmacht, bezeichnet man eine Lösung, in der ebenso viel Natriumchlorid in Wasser gelöst ist, wie im Blut, als isotonische bzw. physiologische Kochsalzlösung. Isoton bedeutet also, dass die gleiche Osmolarität vorliegt, wie im Blutplasma. Deshalb kann man diese isotonische Kochsalzlösung im Gegensatz zu reinem Wasser auch in größeren Mengen ins Blutgefäßsystem infundieren. Das ist der Grund dafür, dass Kochsalz-Lösung oft als Trägerlösung für Medikamente dient. Gelegentlich wird sie auch noch eingesetzt wird, um Volumen nach starken Blutverlusten wieder aufzufüllen.

Bedeutung von Natrium bzw. Natriumchlorid für den Menschen

Sowohl für den Menschen als auch für Tiere ist Natriumchlorid lebenswichtig. Da es aber als Gewürz, Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel für viele Lebensmittel in den westlichen Industrienationen in großer Menge verwendet wird, übersteigt unsere durchschnittliche Kochsalz-Aufnahme jedoch meist deutlich unseren Bedarf.

Im menschlichen Körper ist Natriumchlorid unter anderem für die Regulation des Säure-Basen-Haushaltes, des osmotischen Drucks und des Volumens der Körperflüssigkeiten verantwortlich. Auch die Erregungsleitung in den Nerven- und Muskelzellen und viele andere Körperfunktionen sind eng mit dem Natriumchlorid-Haushalt verbunden.

Salz spielte für den Menschen schon immer eine große Rolle und es wurde in vielen Kulturen als Heiligtum verehrt. Man bezeichnete es sogar als das weiße Gold. Besonders als Konservierungsmittel von Fisch und Fleisch schätzten es schon unsere Vorfahren. Wie kostbar Salz war, spiegelt sich beispielsweise in dem Begriff „Sold“ wieder. Salz wurde als Soldatenlohn gezahlt, sowohl in Rom, als auch im antiken Griechenland.

Kochsalz als Arzneimittel

Aber auch Medikamente auf Salzbasis galten als wirksame Heilmittel. Insbesondere zur äußerlichen Anwendung galten Abreibungen mit Salz, Wundverbände oder Solebäder als wertvolle Allheilmittel. Wichtig ist, dass Salz durch seine osmotische Wirkung auch Zellen zerstören kann. Damit hat es auch eine keimtötende Wirkung. Deshalb wurde Salz auch auf offene Wunden gestreut. Die Schmerzhaftigkeit dieser Therapie wurde zum geflügelten Wort in der deutschen Sprache: Salz auf offene Wunden streuen. Der Mechanismus, weshalb Salz als Konservierungsstoff und Abtaumittel dient, ist der gleiche: Wasser anziehen.

Kur-Aufenthalte in Solebädern, am Meer oder an der salzhaltigen Luft von Salinen und Salzbergwerken gelten auch heute noch als wirksame Therapien bei Atemwegserkrankungen. Physiologische Kochsalzlösung kommt dementsprechend auch bei Erkältungskrankheiten zum Einsatz – z.B. als Inhalation bei einer verstopften Nase.

Sogar als homöopathischer Wirkstoff bzw. Schüssler-Salz wird Natriumchlorid unter der Bezeichnung Natrium chloratum eingesetzt. Es hat sich bewährt bei trockenen Schleimhäuten, Schwäche, Blässe, Wassereinlagerungen, Neigung zum Frösteln, Kältegefühl, erhöhten Harnsäurewerten, Gicht und Ausscheidungsstörungen sowie unreiner Haut.

Homöopathische Anwendung von Natriumchlorid

Salz für den Wasser-Haushalt unterstützt bei:

  • trockenen Schleimhäuten
  • Schwäche, Blässe
  • Wassereinlagerungen
  • Neigung zum Frösteln, Kältegefühl
  • erhöhten Harnsäurewerten, Gicht
  • Ausscheidungsstörungen, unreiner Haut

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.