Melisse

Naturmedizinischer Wirkstoff Melisse

Melissa officinalis

Familie: Lippenblütler, Lamiaceae

1. Was bedeuten die Namen?

Der Name Melissa stammt aus dem Griechischen und bedeutet Honigbiene. Der Grund ist, dass die Melisse im Altertum als Bienenweide kultiviert wurde. Bei uns ist sie als Zitronenmelisse eine beliebte Gartenpflanze. Diese Bezeichnung bezieht sich auf den Zitronen-ähnlichen Geruch beziehungsweise Geschmack, der besonders zur Geltung kommt, wenn man die Pflanze als Tee genießt. Der Namensbestandteil officinalis in der lateinischen Bezeichnung Melissa officinalis bezieht sich auf die gesundheitliche Wirkung, also die Verwendung der Pflanze als Heilmittel.

2. Botanik?

Wie auch andere aromatische Heil- und Gewürz-Pflanzen gehört die Melisse zur Familie der Lippenblütengewächse. Damit ist sie verwandt mit anderen Kräutern, wie Basilikum, Lavendel, Minze, Rosmarin, Salbei und Thymian. Gemeinsam ist diesen Pflanzen ihr hoher Gehalt an ätherischen Ölen, die den aromatischen Geschmack und Geruch ausmachen und auch als Gewürz- bzw. Heilmittel wirken. 
Bei der Zitronenmelisse (Melissa officinalis) handelt es sich um eine wärmeliebende und inzwischen auch bei uns an sonnigen Standorten meist ausdauernde Staude. Mit ihrem Rhizom kann sie auch in unseren Breiten den Winter überdauern und jedes Frühjahr frisch austreiben. In sehr strengen Wintern kann es aber sein, dass das Rhizom erfriert bzw. vertrocknet. Deshalb wird die Zitronenmelisse in Skandinavien eher als einjährige Pflanze angebaut.
Die Pflanzen werden üblicherweise etwa 30 bis 80 cm hoch. Die Stängel der Zitronenmelisse sind 4-katig und die Blätter sind kreuzgegenständig angeordnet. Die Blütenstiele sind mit ca. 15 bis 50 kleinen, quirlig angeordneten Blüten besetzt, die zwischen Juni und August blühen und von Bienen und Hummeln bestäubt werden. Dadurch ist die Zitronenmelisse eine wichtige Bienenweide.
Ursprünglich beheimatet ist die Pflanze im östlichen Mittelmeerraum und in Westasien. Da sie aber schon seit dem Altertum kultiviert wird und seit dem 16. Jahrhundert in Europa als Heilpflanze angebaut wird, hat sich Melissa officinalis inzwischen in den gemäßigten und warmen Gebieten weltweit verbreitet.

3. Melisse im Garten und Haushalt

Die Melisse fehlt in kaum einem Bauerngarten und auch in Schrebergärten ist sie zu finden. Viele nutzen die aromatisch duftenden Blätter frisch oder getrocknet.
Hier einige bewährte Rezepte zur Verwendung von frischen oder getrockneten Blättern der Zitronenmelisse:
Heißer Melissentee:
Pro Tasse werden etwa 1 g getrocknete Melissenblätter (1 Teelöffel) mit kochendem Wasser übergossen und 5-10 Minuten ziehen gelassen. Gut bewährt hat sich die Kombination mit getrockneten Minzeblättern. Je nach Geschmack und je nachdem, was der Garten hergibt und was man erreichen will, kann man auch Zitrone, Holunderblüten oder Salbei zugeben.
Melissengetränk für den Sommer:
Geben Sie einige Stiele mit frischen Blättern der Melisse in einen großen Glaskrug und lassen ihn vor dem Trinken einige Zeit durchziehen. Sie können auch dazugeben: Minze-Zweige, Zitronen-, Orangen-, Melonenstückchen. Je nach Temperatur und Geschmack auf Eiswürfeln servieren

4. Melisse als Heilpflanze

Verwendet wird das ätherische Öl der Pflanze, das als Melissenöl (Oleum melissae) bekannt ist und die Melissenblätter, die kurz vor der Blüte die meisten wirksamen Inhaltsstoffe haben. 
In der Volksheilkunde wurde die Melisse entweder in Form des ätherischen Öls oder der frischen bzw. getrockneten Blätter (Tee) bei einem breiten Spektrum von Beschwerden eingesetzt: bei Blähungen, zur Verdauungshilfe, bei Nervosität zur Beruhigung, Kräftigung, Stimmungsaufhellung, Entspannung und Schlafförderung, als Frauenmittel, bei Erkältungen, gegen Lippenherpes, in der Kosmetik und als Bestandteil von Badeölen bzw. Zusatz zu Sitzbädern und medizinischen Tinkturen.
Insbesondere als Bestandteil des Karmelitergeistes und anderer Melissengeiste spielte und spielt die Melisse als Hausmittel mit breiter Anwendung eine wichtige Rolle. Unter einem Geist versteht man in diesem Zusammenhang eine alkoholische Mischung, bei der die aromatische Frucht (z.B. Himbeere) oder die Blätter (Melisse) in eine hochprozentige alkoholische Lösung eingelegt werden, sodass die Aromastoffe in den Alkohol übergehen. Üblicherweise wird dann nochmal destilliert.
Heute weiß man, dass es insbesondere die enthaltenen ätherischen Öle, aber auch andere Inhaltsstoffe, wie Gerbstoffe und Bitterstoffe sind, die die Wirkung der Zitronenmelisse ausmachen. Durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen werden konnte insbesondere die beruhigende Wirkung der Melissenblätter. Deswegen werden sie auch als Bestandteil von pflanzlichen Arzneimitteln in der Apotheke angeboten. Zur Beruhigung werden sie oft mit anderen Heilpflanzen kombiniert, die ebenfalls beruhigend wirken, wie Baldrian und Passionsblume, gelegentlich auch mit Johanniskraut oder Hopfen.
 

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zur Melisse in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.

Homöopathische Anwendung von Melisse

die Beruhigende unterstützt bei:

  • Nervosität
  • Krämpfen
  • Regelbeschwerden

Phytotherapeutische Anwendung von Melisse

die Harmonisierende 

  • beruhigend und verdauungsfördernd
  • Behaglichkeit für Ihr Bauchgefühl

 

Unsere Texte und Broschüren werden überwiegend von Pascoe-Mitarbeitern erstellt. Sie werden fachlich und wissenschaftlich von hausinternen Experten - Pharmazeuten, (Human)-Biologen und Ernährungswissenschaftlern - inhaltlich und rechtlich geprüft. Sollten Sie Fragen zu den Textinhalten oder unseren Produkten an unsere wissenschaftlichen Ansprechpartner haben, senden Sie uns gerne eine E-Mail an

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.

Wirkstoffe, die Sie auch interessieren könnten

Kontakt