Von Helga Wiesmann |

Natürliche Schlafmittel

Kurz erklärt!

„Der Schlaf ist die köstlichste Erfindung“ dichtete Heinrich Heine. 
Erholsamer Schlaf, schöne Träume und ein ausgeruhter Start in den Tag sind für Körper und Geist wichtig. Immerhin verbringen wir ein Drittel unseres Lebens mit schlafen.
Alltagsstress, innere Unruhe und ein Leben mit vielen Herausforderungen können dazu führen, dass der Schlaf nicht gut und ausreichend ist und deshalb Schlafmittel eingenommen werden. Für viele Menschen ist sowohl das Einschlafen als auch das Durchschlafen ein Problem. Die Ursachen sind vielfältig.
Besonders beliebt sind pflanzliche oder homöopathische Schlafmittel, die in der Regel gut vertragen werden. Wie natürliche Schlafmittel die Beschwerden lindern und zu einem angemessenen Tag-Nacht-Rhythmus beitragen können, lesen Sie hier.

Was tun bei Schlafstörungen?

Viele Mitmenschen leiden unter Schlafstörungen. Wenn die Tagesaktivität dadurch dauerhaft beeinträchtigt ist, sollte man über eine Behandlung nachdenken.
Es handelt sich bei Schlafstörungen bis hin zur Schlaflosigkeit um ein komplexes Thema, das nicht mit einer kleinen Dosis Melatonin oder einer Schlaftablette zu lösen ist. Besonders viele Menschen können stressbedingt nicht einschlafen. Oft können schon kleine Maßnahmen zur Stressbewältigung - wie zum Beispiel autogenes Training - eine gute Wirkung erzielen. Einschlafrituale wie Handynutzung oder anstrengende Filme im Fernsehen, emotional aufwühlende Dokumentationen und Diskussionen oder zu viel Alkohol bringen eher keine rechte Entspannung am Abend.
Pflanzlich und homöopathisch können Betroffene Unterstützung finden. Die Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Auch Produkte, die Melatonin enthalten, finden sich in den Regalen.

Schlafhygiene: Schlafstörungen natürlich behandeln

Gerade weil Schlafstörungen so umfassend zu betrachten sind und nicht erst mit dem Zu-Bett-Gehen beginnen, liegt es nahe, dafür Sorge zu tragen, dass die besten Voraussetzungen für einen guten Schlaf gegeben sind. Diese Fragen können zu mehr Klarheit in Zusammenhang mit dem Thema Schlafhygiene führen:

  • Habe ich mich tagsüber ausreichend bewegt?
  • Sollte ich abends lieber einen kleinen Spaziergang machen?
  • Wäre es für mich gut, am Abend Tagebuch zu schreiben?
  • Habe ich zu spät oder zu viel zu Abend gegessen?
  • Was belastet mich alles?
  • Bin ich wirklich müde?
  • Ist mein Schlafzimmer kühl genug und gut gelüftet?
  • Sind meine Füße warm?
  • Was tut mir vor dem Schlafengehen gut?
  • Bin ich eine Nachteule oder eine frühe Lerche?

Außerdem hat es sich gut bewährt, ein Schlaftagebuch zu führen, um so mögliche Zusammenhänge mit besonders gutem bzw. besonders schlechtem Schlaf zu erkennen.
Lesen Sie zur Frage der Schlafstörungen auch gerne hier weiter.

Was stört die Nachtruhe?

Die Ursachen für eine gestörte Nachtruhe sind individuell sehr verschieden. Manchmal verhindert eine Leberbelastung das Durchschlafen. Wenn Sie nachts immer zwischen ein und drei Uhr aufwachen, könnte das entsprechend der Organuhr aus der Traditionellen Chinesischen Medizin ein Hinweis darauf sein, dass die Leber Unterstützung braucht. Dann hilft möglicherweise abends ein Tee aus Mariendistel und Löwenzahn.
Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Magen-Darm-Beschwerden können einen guten Schlaf erschweren und ebenso pflanzlich behandelt werden.  Manch einen lässt das Restless-Legs-Syndrom nachts nicht zur Ruhe kommen. Die Beine sind kribbelig und haben einen ungeheuren Bewegungsdrang. Bei schwerer Ausprägung setzen Ärzte und Ärztinnen dabei meistens ein verschreibungspflichtiges Medikament ein.
Auch die Wechseljahre können mit Schlafstörungen verbunden sein. 
Wenn hier Unruhe und Anspannung die Nachtruhe stören, so haben sich neben den klassischen schlaffördernden Pflanzen Hopfen, Baldrian, Passionsblume und Melisse auch die Yamswurzel und der Rotklee als pflanzliche Arzneimittel bewährt. Infrage kommen aber auch verschiedene Mittel der Homöopathie.

Schlaffördernde Heilpflanzen

Natürliche pflanzliche und homöopathische Schlafmittel, ob als Tee, Kapsel, Schlaftablette oder Globuli, sind für eine sanfte Behandlung der Schlaflosigkeit sehr gefragt. Sie greifen nicht - wie Melatonin - in den Hormonhaushalt ein und können über einen längeren Zeitraum verwendet werden. Ziel ist es, den eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus (wieder) zu finden. Hier sind einige bekannte Beispiele:

  • Baldrian ist sehr bekannt und als Schlafmittel gut untersucht. Baldrianwurzel-Trockenextrakte sind geeignet bei nervösen Einschlafstörungen und tragen zur Entspannung am Tag bei. 
  • Passionsblume als Schlafmittel ist dann angezeigt, wenn Unruhe das Leben erschwert und Sorgen nicht einschlafen lassen. Sie fördert den Schlaf und ist mild beruhigend und entspannend. 
  • Melisse ist aufgrund seiner beruhigenden und entspannenden Wirkung eine gute Wahl. 
  • Hopfen ist nicht nur die Würze für das Bier. Er wirkt auch beruhigend und eignet sich deshalb als mildes Sedativum. Vor allem für Einschlafstörungen ist er ein gutes Mittel, wenn Nervosität und Rastlosigkeit den Schlaf behindern.
  • Kamillentee hat sich als Gute-Nacht-Tee in der Volksheilkunde bewährt. Das liegt vielleicht auch an seiner verdauungsfördernden Wirkung. Auch beim Kind in der Zahnungsphase kann er den Schlaf erleichtern.
  • Lavendelsäckchen auf dem Kopfkissen beruhigen Körper und Geist. Es bietet sich an, Schlafkissen mit Lavendel und Kamille zu befüllen. Die beiden Pflanzen ergänzen sich sehr gut und Eltern und Kind genießen den Duft gleichermaßen.
  • Kalifornischer Goldmohn ist mild und ausgleichend. Er ist ein leicht schmerzstillendes und nicht narkotisches Schlafmittel.
  • Grüner Hafer hat sich in der Volksmedizin einen guten Ruf als Schlafmittel erworben, ist aber nicht so geläufig. Er ist beruhigend und kann einen guten Schlaf unterstützen. Unter der Bezeichnung Avena sativa ist er auch in homöopathischen Arzneimitteln zur Schlafförderung bei Unruhe enthalten – wie z.B. in den Pasconal Nerventropfen.

Wie wirken pflanzliche Schlafmittel?

Heilpflanzen wie Baldrian bzw. pflanzliche rezeptfreie Schlafmittel beruhigen und fördern den Schlaf, wobei die körpereigene Ruheregulation unterstützt und gefördert wird. So bleiben die Traumphasen erhalten und können ihren Beitrag zur Verarbeitung aller Erlebnisse leisten. Ein „Schlafmittel-Kater“ mit Tagesmüdigkeit (Hang-over) ist dagegen nicht bekannt.
Pflanzliche Schlafmittel haben kaum Nebenwirkungen und es gibt keine Hinweise dafür, dass sie zu Gewöhnung oder Abhängigkeit führen.
In der Regel brauchen sie allerdings eine gewisse Zeit, bis die Wirkung spürbar wird. Manchmal ist sogar eine regelmäßige Einnahme über mehrere Wochen notwendig, um ein entspannteres Einschlafen zu bemerken. Aber: Wer langfristig zu einer guten Schlafqualität gelangen möchte, ist mit einem ganzheitlichen Ansatz und pflanzlichen Mitteln sicherlich gut beraten. Nach einer erholsamen Nacht mit ausreichend Schlaf kann man den nächsten Tag aufmerksam und konzentriert starten. 
Auch die Homöopathie spielt eine Rolle bei der Behandlung von Schlafstörungen. Hier kommen zum Teil die genannten pflanzlichen Mittel homöopathisch potenziert zur Wirkung.

Chemische Schlafmittel

Die Grenze für natürliche Schlafmittel und Homöopathie muss bei psychischen Störungen, Panikattacken, starken Reizzuständen und natürlich bei der Schwere der Erkrankung gezogen werden. 
Im Unterschied zu pflanzlichen oder homöopathischen Mitteln sind synthetische Medikamente in der Lage, den Schlaf zu „erzwingen“. Meist wirken sie schnell und stark, aber oft wacht man benebelt auf. Chemische Arzneimittel können auf Dauer auch zu einer Abhängigkeit führen und haben u.a. Nebenwirkungen, die sich auch auf die generelle Leistungsfähigkeit beziehen können.
Vor allem Benzodiazepine, Antidepressiva und Neuroleptika werden als Schlafmittel vom Arzt verschrieben. Als stark wirksame Arzneimittel können sie auch andere Nebenwirkungen auf den Körper haben, zum Beispiel Kopfschmerzen, Übelkeit, Konzentrationsstörungen und Störungen des Stoffwechsels und Nervensystems bis hin zu Depressionen. Solche Medikamente bzw. deren Wirkstoffe müssen vom Arzt mit Bedacht und individuell passend gewählt und verschrieben werden, um die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten.

Rezeptfreie sonstige Mittel

Mehr und mehr sind rezeptfreie Schlafmittel auf dem Markt, die z.B. Melatonin oder Antihistaminika oder auch B-Vitamine enthalten. Melatonin gilt als Schlafhormon. Für manch einen scheint genau das der richtige Ansatzpunkt zu sein. Man sollte aber immer beachten, dass das Hormonsystem sehr fein abgestimmt arbeitet und auch kleine Eingriffe gut bedacht sein wollen.
Auch Antihistaminika werden als rezeptfreie Schlafmittel angeboten. Das ist erstaunlich, denn die Liste der Nebenwirkungen bei Antihistaminika ist lang. 
Das zeigt: Auch Medikamente, die rezeptfrei gegen Schlaflosigkeit verkauft werden, sind nicht für jeden geeignet und jederzeit harmlos.

Was ist das beste natürliche Schlafmittel?

Eine gute Work-Life Balance ist vielleicht das beste Medikament - zusätzlich zur Behandlung von körperlichen Erkrankungen oder sonstigen Ursachen für einen schlechten Schlaf. In Verbindung mit leichter Kost am Abend, wenigen Genussmitteln und einem passenden Einschlafritual ist ein gesunder Schlaf in Reichweite. Das Ziel sollte sein, auf chemische Schlafmittel verzichten zu können.
Viele Ursachen für Schlafprobleme können aber leider nicht einfach abgestellt werden und Verhaltensänderungen brauchen Zeit und Disziplin, manchmal auch therapeutische Unterstützung. Deshalb können pflanzliche Schlafmittel, die als Tee, Tropfen oder Schlaftablette angewendet werden, unterstützen. Insbesondere Baldrian, Melisse und Passionsblume haben sich sehr bewährt.
Für viele Menschen eignet sich auch die Homöopathie. Als Beispiel seien nochmal die Pasconal® Nerventropfen genannt.

Helga Wiesmann

Heilpraktikerin und Texterin. 
In meiner Praxis in Saarbrücken arbeite ich in den Schwerpunkten Darmgesundheit und komplementäre Onkologie. Ich habe viel Freude daran, mich mit komplexen Gesundheitsthemen auseinander zu setzen und lege Wert darauf, diese gut lesbar zu verfassen.
Schon immer haben mich Gesundheit und die Pflanzen am meisten fasziniert: Der menschliche Körper mit seinen Wundern und dem Streben nach Gleichgewicht, sowie die Gewächse am Wegesrand: ihre Signaturen, Inhaltsstoffe und Wirkweisen. Als Naturheilkundlerin und Texterin zu arbeiten, und dies in der Arbeit für Pascoe zusammenzufügen, macht großen Spaß. Und das spüren hoffentlich auch Sie.

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