Inhaltsstoff Vitamin B6

Vitamin B6
Wissenschaftlicher Name:
Pyridoxin, Pyridoxamin und Pyridoxal
Von Aline-Maria Rühtz

Kurz erklärt!

Vitamin B6 ist eine Sammelbezeichnung für Pyridoxin, Pyridoxamin und Pyridoxal. Diese drei Verbindungen sind alle ineinander überführbar und haben somit im Stoffwechsel die gleichen Vitaminaktivitäten. Vitamin B6 fungiert als Cofaktor für mehr als 100 Enzyme und ist an sehr vielen Prozessen des Eiweiß- und Fettstoffwechsels beteiligt. Unter Cofaktor versteht man eine Art "Helfermolekül" für die Enzyme unseres Körpers, die wiederum für wichtige Abläufe zuständig sind. Das Vitamin ist essentiell für das Immunsystem, das Nervensystem und für die Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin. In Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln befindet sich in der Regel das sogenannte Pyridoxinhydrochlorid oder die bereits aktive Form Pyridoxalphosphat.

1. Was ist Vitamin B6?

Vitamin B6 ist ein Sammelbegriff für die Vitamine Pyridoxin, Pyridoxamin und Pyridoxal. Es ist an vielen lebensnotwendigen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt und regelt dort enzymatische Reaktionen. Zudem gehört es wie alle B-Vitamine zu den wasserlöslichen Vitaminen und wird bei zu hoher Dosierung vom Körper wieder ausgeschieden. Somit sind in üblicher Dosierung keine Nebenwirkungen bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin B zu erwarten. Da es der Mensch nicht selbst herstellen kann, muss er es über die Nahrung zuführen.

2. Wozu braucht der Körper Vitamin B6?

Gemeinsam mit Vitamin B1, Vitamin B12 und Folsäure besetzt es Schlüsselpositionen im Nerven- und Energiestoffwechsel. Es fungiert als sogenanntes Coenzym in unserem Körper und ist ein wichtiger Bestandteil unseres Eiweiß- und Glycogenstoffwechsels. Wir benötigen es außerdem für unsere Nerven, das Immunsystem, die Blutbildung und den Hormonhaushalt. Eine Unterversorgung führt zu einem Mangel an wichtigen Botenstoffen im Gehirn. Das heißt, wir brauchen das B-Vitamin auch zur Aufrechterhaltung einer normalen psychischen Funktion und zur Verringerung von Müdigkeit. Es ist gemeinsam mit Folsäure und Vitamin B12 für den Homocystein-Stoffwechsel relevant. 
Vitamin B6 zeigt einen ausgleichenden Effekt auf den Hormonhaushalt. Da die Hauptursache für Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen in den hormonellen Veränderungen vermutet wird, sollte man besonders in dieser Zeit auf eine ausreichende Zufuhr achten. Somit beobachtet man bei schwangeren Frauen neben Folsäure auch häufig einen erhöhten Bedarf dieses Vitamins. 

3. Wie hoch ist der Tagesbedarf an Vitamin B6?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Männern eine tägliche Zufuhr von 1,6 mg und Frauen 1,4 mg des Vitamins. In Schwangerschaft und Stillzeit erhöht sich der Bedarf auf circa 1,5 bis 1,8 mg. Bei Kindern liegt die Empfehlung - je nach Alter - zwischen 0,6 mg und 1,6 mg des B-Vitamins pro Tag. Säuglinge sollten je nach Alter 0,1 bis 0,3 mg zu sich nehmen. 

4. Welche Folgen hat ein Vitamin-B6-Mangel?

Bei einem Vitamin-B6-Mangel kann es zu vielen, teilweise unspezifischen, Symptomen kommen. Aufgrund der Vielfalt der Funktionen des B-Vitamins können sich die Beschwerden auf unterschiedlichste Körperfunktionen beziehen. Meist tritt ein B6-Mangel nicht isoliert auf, sondern ist mit einem Mangel an weiteren B-Vitaminen vergesellschaftet. 
Eine Unterversorgung kann durch hohen Alkoholkonsum oder falsche Ernährung hervorgerufen werden. Gerade bei Diäten oder veganer Ernährung muss auf eine ausreichende Versorgung mit B-Vitaminen geachtet werden. Auch Arzneimittel wie die Anti-Baby-Pille führen bei langfristiger Einnahme zu einem Vitamin-B6-Mangel. Zu den Vitamin-B-raubenden Medikamenten zählen außerdem Magensäureblocker, einige Blutdrucksenker und Medikamente zur Behandlung von Tuberkulose oder rheumatischen Erkrankungen. Für eine genauere Einschätzung empfiehlt sich ein Gespräch mit seinem Arzt oder Apotheker.
Häufig sind auch ältere Menschen betroffen, da sie oftmals nicht genug Vitamine mit der Nahrung aufnehmen. Personen, die sich in einer kräftezehrenden Lebenssituation befinden, können ebenfalls an einem Vitamin-B-Mangel leiden, denn bei Stress ist der Bedarf unseres Körpers besonders hoch. 
Des Weiteren führen Aufnahmestörungen im Magen-Darm-Trakt häufig zu Mangelerscheinungen dieses Vitamins. Ist die Magen- oder Darmschleimhaut entzündet oder die Darmflora gestört, können Vitamine weniger gut aufgespalten und aufgenommen werden.
Liegt nachgewiesenermaßen ein Mangel an Pyridoxin vor, muss dieser durch einen Arzt mit entsprechenden Arzneimitteln therapiert werden.

5. In welchen Lebensmitteln ist Vitamin B6 enthalten?

Für eine ausreichende Zufuhr dieses Vitamins sollten folgende Nahrungsmittel auf dem Speiseplan stehen: Vollkorngetreide, Walnüsse, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Leber, Geflügel und Fisch. Wie wäre es als Menü zum Beispiel mit Lachs, Brokkoli und Reis; als Nachtisch eine Banane? Damit wäre zum Beispiel eine optimale Versorgung an Vitamin B12 und B6 gewährleistet. Da es ein hitzeempfindliches Vitamin ist, wird eine schonende Zubereitung der Nahrungsmittel empfohlen: den Fisch also lieber dampfgaren als braten und das Gemüse nicht zu lange kochen. Außerdem ist das Vitamin lichtempfindlich. Eine möglichst kurze und dunkle Lagerung der Lebensmittel ist also auch empfehlenswert. Falls der persönliche Speiseplan den Bedarf nicht zu decken vermag, kann ein entsprechendes Nahrungsergänzungsmittel eine Lösung sein.

6. Welcher Vitamin B6-Blutwert ist normal?

Je nach Literatur und Labor unterscheiden sich die empfohlenen Blutwerte geringfügig. Zudem gibt es inzwischen unterschiedliche Testmethoden, um B-Vitamine im Blut zu erfassen. Da Vitamin B6 verschiedene Verbindungen beinhaltet, ist auch hier ein Vergleich manchmal schwierig. Am häufigsten wird derzeit die aktive Form Pyridoxalphosphat im Blut gemessen.  Ein Wert über 10 µg/L gilt als erstrebenswert.

7. Ist zu viel Vitamin B6 schädlich?

Das Vitamin ist in normaler Dosierung sehr gut verträglich und nicht schädlich. Über Lebensmittel ist eine Überdosierung beispielsweise nicht möglich. Eine tägliche Zufuhr von 25 mg gilt für Erwachsene als völlig unbedenklich. Erst bei sehr hohen Dosierungen, wie einer Aufnahme von 500 mg täglich oder über Jahre hinweg mehr als 100 mg täglich spricht man von einer Überdosierung. Dabei kann es zu Nervenstörungen kommen. Diese wiederum verursachen Probleme beim Gehen. Solch seltene Vitamin-B6-Überdosierungen können auch zu Lichtempfindlichkeit oder Hautauschlägen führen. 

8. Health-Claims von Vitamin B6

Vitamin B6 trägt bei zu einem/r normalen

  • Energiestoffwechsel
  • Eiweiß- und Glycogenstoffwechsel
  • Funktion des Nervensystems
  • Funktion des Immunsystems (körperliche Abwehr)
  • Psychischen Funktion
  • Bildung roter Blutkörperchen
  • Homocystein-Stoffwechsel 
  • Cystein-Synthese

Vitamin B6 trägt außerdem bei zur

  • Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung
  • Regulierung der Hormontätigkeit
     
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Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.

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