Inhaltsstoff Vitamin A

Vitamin A
Von Philomena Schäfer

Kurz erklärt!

Vitamin A ist ein für alle Tiere und auch für den Menschen essentielles Vitamin, d. h. lebensnotwendig. Es muss regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden und zählt zu den fettlöslichen Vitaminen. Schon seit 1500 v. Chr. werden Vitamin-A-haltige Lebensmittel, wie z.B. Leber, in der Volksheilkunde eingesetzt. Ziel der Anwendung ist meist, die Sehfähigkeit und das Immunsystem zu unterstützen. 
Im Folgenden erklären wir, um was es sich bei dem Vitamin eigentlich handelt, welche physiologische Wirkung es hat, wie hoch der Tagesbedarf ist, in welchen Lebensmitteln es enthalten ist, was eine Über- oder Unterversorgung bedeutet und wie sich ein Mangel zeigt.
 

1. Was ist Vitamin A?

Vitamin A ist ein lebensnotwendiger fettlöslicher Nährstoff und hat in allen Tieren und dem Menschen wichtige biologische Funktionen. DAS „Vitamin A“ gibt es so gesehen nicht, denn der Begriff umfasst verschiedene chemische Verbindungen, die eine Vitamin-A-Wirkung besitzen. Sie werden entweder mit der Nahrung aufgenommen oder im Körper aus Carotinen gebildet. Carotine sind Vorstufen von Vitamin A. 

Die Geschichte des Vitamins: Wann wurde Vitamin A entdeckt?

1912 entdeckte Gowland Hopkins, dass es einen Zusammenhang zwischen bestimmten essentiellen Verbindungen und dem Wachstum bzw. Wachstumsstörungen gibt. 1913 schaffte Elmer McCollum es, das fettlösliche Vitamin zu isolieren. 1916 begann er, Vitamine nach Buchstaben zu kategorisieren. Erst unter dem Namen Fat-Soluble Factor A verzeichnet, wurde das Vitamin dann 1920, als Casimir Funk den Begriff Vital-Amin einführte, umbenannt in Vitamin A.

Welche chemischen Verbindungen der Vitamin A-Gruppe gibt es?

Es handelt sich um Retinal, Retinol, Retinsäuren, Retinylpalmitat und 3-Dehydroretinol. Sie werden Retinoide genannt und können durch die Einwirkung von Enzymen ineinander überführt werden. 

Ist Vitamin A pflanzlich oder tierisch?

Vitamin A selbst zählt zu den fettlöslichen Vitaminen und kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Seine Vorstufen jedoch, wie das Provitamin A, auch Beta-Carotin genannt, sind vor allem in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Diese Carotinoide können vom Körper in Retinoide, also die wirksamen Formen von Vitamin A umgewandelt werden. 

Wird Vitamin A vom Körper gespeichert?

Da Vitamin A ein fettlösliches Vitamin ist, kann der Körper es speichern. Aufgenommen wird das Vitamin bzw. seine Vorstufen im Dünndarm. Hier wird es aus der Nahrung ins Blut überführt. Die Transportform in unserem Körper ist Retinol. Die Leber ist der größte Vitamin-A-Speicher. Liegen Leberschäden vor oder werden Östrogenpräparate eingenommen, kann es sein, dass die Aufnahme und Verwertung im Körper gestört ist. 

2. Wie wirkt Vitamin A auf den Körper?

Eisenstoffwechsel:

Vitamin A ist wichtig für den Stoffwechsel von Eisen im Körper, denn es wird für die Bildung von neuen roten Blutkörperchen (Erythrozyten) benötigt. 

Haut und Haare:

Die aus Retinol in Retinsäure umgewandelte Verbindung trägt zur Erhaltung von Haut und Schleimhäuten bei und unterstützt dadurch die natürliche Barriere gegen Bakterien, Viren und Parasiten. 

Immunsystem/Abwehrkräfte:

Es hat zudem einen positiven Einfluss auf das Immunsystem, denn es kann die Wirksamkeit und Zahl der weißen Blutkörperchen erhöhen und so die Produktion von Antikörpern unterstützen. 

Augengesundheit/Sehvermögen:

Retinol ist auch an der Synthese von Retinal beteiligt, das wiederum ein Bestandteil des Proteins Rhodopsin ist. Dieses ist wichtig für die Lichtwahrnehmung in den Fotorezeptoren der Augen und damit vor allem für das Hell-Dunkel-Sehen unverzichtbar. So trägt Vitamin A dazu bei, die Sehkraft zu erhalten. 

3. Wie hoch ist der Tagesbedarf?

Wieviel Vitamin A man pro Tag braucht, wird aus verschiedenen Komponenten berechnet, z.B. Alter, Geschlecht und Lebensumstände. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen eine Zufuhr von Retinoiden zwischen 0,8-1,0 mg täglich. Wird hauptsächlich oder sogar ausschließlich Beta-Carotin konsumiert, beispielsweise bei Vegetariern oder Veganern, liegt der tägliche Bedarf zwischen 2–4 mg β-Carotin. 
 
Empfohlene Zufuhr 

Alter Retinol
µg-Aktivitätsäquivalenta/Tag
 
 w
Säuglinge  
0 bis unter 4 Monate500500
4 bis unter 12 Monate 400400
Kinder und Jugendliche  
1 bis unter 4 Jahre 300300
4 bis unter 7 Jahre 350350
7 bis unter 10 Jahre450450
10 bis unter 13 Jahre 600600
13 bis unter 15 Jahre800700
15 bis unter 19 Jahre950800
Erwachsene850700
Schwangere  800800
Stillende13001300


aBerechnungsgrundlage: 1 μg Retinolaktivitätsäquivalent (RAE) = 1 μg Retinol = 12 μg β-Carotin = 24 μg andere Provitamin-A-Carotinoide.
Quelle: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-a/  

4. Welche Lebensmittel haben einen hohen Vitamin-A-Gehalt?

Vitamin A ist sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Unterschiedlich ist hierbei jedoch die Form der Vitamin-A-Verbindung: So liegt es in tierischen Lebensmitteln meist als Retinol vor, während es in pflanzlichen Lebensmitteln in Form von Carotinen vorliegt. Leber und daraus hergestellte Wurstwaren haben einen sehr hohen Gehalt an Vitamin A. Auch Eier, Milch und Milchprodukte sowie einige Fischsorten (z. B. Aal) haben einen hohen Vitamin-A-Gehalt. Gemüse wie Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis, rote Paprika, verschiedene Kohlsorten (Grünkohl), Spinat, Feldsalat sowie diverse Obstsorten wie Kaki, Honigmelone, Aprikosen und Mango enthalten nennenswerte Mengen des Provitamins β Carotin*. 
Die Aufnahme von Beta-Carotin kann durch eine Zugabe von Fett, bzw. einer Zubereitung mit Fett, erhöht werden. Durch Hitze und Licht geht das Vitamin in Lebensmitteln verloren. Deshalb sollten sie ungeschält, verpackt und dunkel gelagert werden. Beim Kochen gehen ca. 10-30 % der im Lebensmittel enthaltenen Vitamine verloren. 

NahrungsmittelHerkunft

Retinoläquivalent
µg/100 g

Lebertrantierisch30000 
Rindslebertierisch7744 
Leberwursttierisch4220 
Hühnerleber tierisch3980 
Kaki pflanzlich  1600 
Süßkartoffel pflanzlich0–1000
Karottensaftpflanzlich950
Karotten, rohpflanzlich800–850 
Karotten, gekocht pflanzlich500–800 
Kürbis in Dosen pflanzlich780
Grünkohl, gekocht/gefroren pflanzlich730 
Butter tierisch680
Frühstücksflocken pflanzlich300–500 
Spinat, roh pflanzlich470 
Markstammkohlblätter, gekocht  pflanzlich400 
Eigelbtierisch380 
Löwenzahnblätter, gekocht pflanzlich   300 
Kürbis, gekocht pflanzlich250 
Aprikosen, roh/getrocknet pflanzlich100–200 
Mais, roh pflanzlich185 
Cantaloupe-Melone, roh pflanzlich170 
170 tierisch140 


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin_A 

5. Wie zeigt sich ein Vitamin-A-Mangel?

Eine Vitamin-A-Unterversorgung tritt im europäischen Raum eher selten auf. Meist liegt die Vitamin-A-Versorgung hierzulande leicht über dem Normwert. Da die Leber einen großen Vitamin-A-Speicher hat, kann der Körper Erwachsener den Bedarf sogar bis zu einem Jahr aus den eigenen Vorräten mit dem Vitamin decken. 

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-A-Mangel?

Zur Risikogruppe für eine Unterversorgung zählen Neugeborene und Senior:innen sowie Menschen, die häufig krank sind, da diese einen höheren Bedarf haben bzw. erstere noch keinen so großen Speicher besitzen. Eine Unterversorgung hat unter anderem Auswirkungen auf das Sehvermögen, die Knochen und das Immunsystem. Ein Vitamin-A-Mangel sollte stets von einem Arzt oder einer Ärztin behandelt werden.

6. Welche Ursachen hat ein Vitamin-A-Mangel?

Liegt eine Vitamin-A-Unterversorgung vor, lässt diese sich meistens auf Krankheiten im Verdauungstrakt, Leberschäden durch chronischen Alkoholismus oder leberschädigende Arzneimittel zurückführen. In Entwicklungsländern tritt eine Unterversorgung häufig auch durch eine einseitige Ernährung oder schwere parasitäre Infektionen im Magen-Darm-Trakt auf. 

7. Was kann ich bei einem Vitamin-A-Mangel tun?

In Deutschland und Europa ist ein Vitamin-A-Mangel sehr selten. 
Eine bewusste und ausgewogene Ernährung kann einer ernährungsbedingten Vitamin-A-Unterversorgung aber vorbeugen. Vor allem Menschen, die sich ganz bzw. überwiegend pflanzlich ernähren, wie Vegetarier und Veganer, sollten darauf achten, auch pflanzliche Lebensmittel zu konsumieren, die ausreichend Carotine enthalten. Bei einer krankheitsbedingten Unterversorgung oder einem Mangel, sollte ärztlicher Rat in Anspruch genommen werden.

8. Kann man Vitamin A überdosieren?

Ja! Wird zu viel Vitamin A aufgenommen, kann es der Körper nicht richtig abbauen kann. In der Folge reichert es sich bei einer hohen Dosierung schnell an - vor allem in der Leber. Eine Überversorgung von Retinoiden kann schwerwiegende Folgen haben. Zwar ist eine einmalige Überdosierung meist unbedenklich, wird aber über einen längeren Zeitraum zu viel des Vitamins zugeführt, kann dies gesundheitsschädliche Folgen haben. Vor allem Schwangere sollten darauf achten, nicht mehr als 3 mg Retinoide pro Tag zu sich zu nehmen. Ein Zuviel an Carotinen dagegen ist für den Körper unproblematisch, da er die Umwandlung von Carotinen in das Vitamin dem Bedarf entsprechend anpassen kann. 
Die Überdosierung kommt bei einer normalen, ausgewogenen Ernährung aber eigentlich nicht vor. Auf den übermäßigen Verzehr von Leber sollte jedoch verzichtet werden. 
Werden Vitamin-A-haltige Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, sollte der Retinol-Gehalt nicht über 0,2 mg pro Tag liegen. Während der Schwangerschaft sollte eine Einnahme von Vitamin-A-Präparaten nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. 

9. Als Nahrungsergänzungsmittel trägt Vitamin A bei zu

  • einer normalen Funktion des Immunsystems 
  • der Erhaltung normaler Sehkraft
  • der Erhaltung normaler Haut
  • der Erhaltung normaler Schleimhäute
  • einem normalen Eisenstoffwechsel
  • hat eine Funktion bei der Zellspezialisierung. 

* www.dge.de/wissenschaft/faqs/faq-vitamin-a/

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Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.

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