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Naturmedizinischer Wirkstoff Salbei

Salvia officinalis

Schon der Name verrät die Bedeutung dieser beliebten Gewürz- und Heilpflanze: "Salbei" und "Salvia" sind abgeleitet vom lateinischen Wort salvare für heilen, retten. Der Echte Salbei wurde schon im frühen Altertum als Heilpflanze geschätzt. Man kannte seine blutstillenden, schweißmindernden, keimhemmenden und verdauungsfördernden Eigenschaften. 

Was unterschiedet den Wiesensalbei vom medizinisch verwendeten Echten Salbei?

Salbei-Arten sind weltweit verbreitet. Viele davon werden als Gewürz, Heilkraut oder auch als Nahrungsmittel genutzt. Bei uns in Mitteleuropa ist der Wiesensalbei (Salvia pratensis) relativ weit verbreitet. Diese hübsche Pflanze findet man auf heimischen Wiesen und Trockenhängen. Sie wird etwa 60 cm hoch, blüht von Mai bis August und kann mehrere Jahre alt werden. Der Blütenstand ist aufrecht und trägt viele einzelne hell- bis kräftig blaue Lippenblüten. Viele Kinder kennen die Pflanze aus der Schule. Im Biologie-Unterricht gelten die großen Lippenblüten als Anschauungsmaterial für die Anpassung der Blütenform an die Bestäubung durch Insekten - insbesondere Hummeln.

Die medizinisch verwendete Art ist jedoch nicht Wiesensalbei, sondern der Echte Salbei. Dieser ist im Mittelmeergebiet verbreitet. Ursprünglich beheimatet ist er aber wohl nur in Dalmatien. Daher auch der Name Dalmatinischer Salbei. Der wissenschaftliche Name dieser auch als Edel-Salbei bezeichneten Pflanzen-Art ist Salvia officinalis. Officinalis bedeutet: in der Apotheke gebraucht. Als offizinell bzw. offizinal werden meist die Arten einer Pflanzenfamilie bezeichnet, die medizinisch genutzt werden - also als Arzneimittel bzw. zu deren Herstellung.

Salvia officinalis ist die Grundlage für viele Züchtungen. Der Garten-Salbei, den viele Hobbygärtner kennen, ist demnach meist eine Zuchtform des medizinischen Salbeis und kann entsprechend genutzt werden.

Welche Inhaltsstoffe hat der Salbei und wie wirken sie?

Die medizinische Wirkung dieses aromatischen Heilkrauts ist auf 2 wesentliche Wirkprinzipien zurückzuführen – die des ätherischen Öles und die der Gerbstoffe.

Das ätherische Öl besteht zu etwa 60 % aus Thujon. Aber auch Cineol, Campher und Thujylalkohol sind enthalten. Es wirkt vor allem keimtötend (antiseptisch und fungizid).

Die enthaltenen Inhaltsstoffe aus den Gruppen der Gerbstoffe und Flavonoide sind maßgeblich für die antientzündliche und adstringierende, also zusammenziehende, abdichtende Wirkung verantwortlich.

Durch Extraktion mit Alkohol können beide Komponenten am besten herausgelöst werden. In alkoholischen Extrakten kann sich demnach die gesamte Wirkungsbreite des Salbeis am besten entfalten. Beim selbst hergestellten Salbei-Tee kommt dagegen überwiegend die Gerbstoffwirkung zum Tragen.

Wofür wird Salbei angewandt?

Salbei wirkt antientzündlich und keimtötend, also desinfizierend. Außerdem hat er eine adstringierende Wirkung. Adstrinktion führt zur Abdichtung der Gefäße und Gewebe, wodurch der Heilprozess gefördert wird. Aus diesen Gründen eignet er sich als antientzündlich wirkende Gurgellösung.

Darüber hinaus wirkt er schweißhemmend bei übermäßigem Schwitzen. Er ist also geeignet für Menschen, die unter Nachtschweiß, aber auch psychosomatisch bzw. hormonell bedingter vermehrter Schweißbildung neigen.

Salbeiblätter enthalten auch Bitterstoffe. Sowohl wegen seiner antientzündlichen Wirkung als auch wegen der Stimulation der Verdauungssäfte durch diese Bitterstoffe ist der Salbei auch zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden geeignet. 

Was ist Muskatellersalbei?

In den letzten Jahren hat eine ganz besondere Salbei-Art Einzug in unsere Gärten gehalten: der Muskateller-Salbei (Salvia sclarea). Diese Pflanze hat einen besonders hohen Gehalt an den charakteristischen ätherischen Ölen des Salbeis. Deshalb wird der Muskateller-Salbei auch überwiegend zur Gewinnung des Öls verwendet, welches in Duftlampen, Parfums, Massage-Ölen oder Badezusätzen zum Einsatz kommt.

Was ist der Griechische Salbei?

Es lohnt sich unbedingt, den so genannten Bergtee von einem Griechenland-Urlaub mitzubringen. Dabei handelt es sich um das getrocknete Kraut der Art Salvia triloba. Man findet auch die Bezeichnungen Salvia fructinosa bzw. Salvia lavandulifolia. Der Bergtee duftet betörend. Manch einen erinnert der Duft an Weihrauch, andere an Eukalyptus. Verantwortlich für dieses besondere Aroma ist die andere Zusammensetzung des ätherischen Öles: Salvia triloba enthält so gut wie kein Thujon, dafür viel mehr Cineol. Deshalb wird er nicht arzneilich genutzt, wohl aber, um einen sehr schmackhaften Tee herzustellen.

Was hat Chia mit Salbei zu tun?

Erst seit wenigen Jahren findet man in den Regalen von Naturkostläden, zunehmend aber auch in Discountern die so genannten Chia-Samen. Sie dienen beispielsweise als Mehl- bzw. Getreideersatz in Teigwaren und Müsli. Chia-Samen enthalten viele wichtige Eiweiße, leicht verdauliche Fettsäuren und verschiedene Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Damit sind sie eine wertvolle Nährstoffquelle und eine gute Alternative für glutenempfindliche Menschen. Nur wenige wissen jedoch, dass es sich bei Chia weder um Samen einer exotischen Frucht noch um Körner eines bisher fremden Getreides handelt. Die so genannten Chia-Samen sind genau genommen die Klausen von 2 weiteren Vertretern der Gattung Salvia. Klausen sind nußartige kleine Früchte, die für die Familie der Lamiaceaen typisch sind. Chia wird gewonnen von den in Mittelamerika verbreiteten Salbei-Arten Salvia hispanica und Salvia columbariae, also dem Mexikanischen Chia und dem Kalifornischen Chia. 

Kann man Salbei auch in der Schwangerschaft und während der Stillzeit anwenden?

Während der Schwangerschaft sollte man keine alkoholischen Extrakte und auch nicht das ätherische Salbei-Öl anwenden. Grund ist der Wirkstoff Thujon. Volksmedizinisch soll er zwar die Empfängnisbereitschaft erhöhen, aber während der Schwangerschaft wird das Öl nicht empfohlen. Tee in moderaten Mengen und Gurgellösungen sind hingegen kein Problem, da das Thujon in diesen Formen der Anwendung kaum herausgelöst wird.

Salbei soll die Milchsekretion hemmen. Deshalb wurde er volksmedizinisch als Unterstützung beim Abstillen verwendet.

Tipps zur Verwendung von Salbei

In der Küche

Hier dienen die getrockneten Salbeiblätter als Gewürze für Lamm-, Kalb- und Schweinefleisch. Auch Tomatensoßen und Pasta-Gerichte schmecken gut mit Salbei. Man kann die Blätter auch direkt frittieren oder in Omelett-Teig ausbacken: lecker!

Als Tee und Gurgellösung

Sowohl das frische Kraut als auch die getrockneten Salbeiblätter eignen sich zur Herstellung von Tees: einfach mit heißem Wasser übergießen und mindestens 15 Minuten ziehen lassen. Erst dann in kleinen Schlucken trinken. Als Gurgellösung kann man ihn dann bei Halsschmerzen und Entzündungen der Mund- und Rachen-Schleimhaut anwenden. Als Tee kommt er sowohl bei Erkältungskrankheiten und Verdauungsbeschwerden zum Einsatz als auch bei vermehrter Schweißbildung.

Kauen von frischen Salbeiblättern

Traditionell wurde das Kauen empfohlen, um das Zahnfleisch zu kräftigen und eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Infekten zu erlangen.

Neben der vielfältigen Anwendung der Heilpflanze Salbei in der Phytotherapie, kommt der Salbei unter der Bezeichnung Salvia auch in der Homöopathie zum Einsatz.

Homöopathische Anwendung von Salbei

der Vielseitige unterstützt:

  • Harmonisierung der Schweißbildung
  • Beruhigung überempfindlicher Nerven
  • bei Magen-Darmschleimhautentzündungen und Appetitlosigkeit

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zum Salbei in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.