Mit Freunden teilen

Naturmedizinischer Wirkstoff Weißdorn

Crataegus monogyna

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Wie und wo wächst der Weißdorn?

Der Weißdorn ist in ganz Europa heimisch. Er bevorzugt warme, sonnige Standorte und kalkhaltige Böden.
Meist handelt es sich beim Weißdorn um einen kleinen Baum, der bis zu 10 Metern hoch werden kann. Da er aber sehr schnittfest ist, wächst er oft eher als Strauch. Man findet diesen Baum oder üppigen Strauch in Gärten mit Natur- und Vogelschutz-Hecken, vor allem aber in Feldhecken oder an Waldrändern. Daher kommt auch der in manchen Gegenden gebräuchliche Name Hagedorn. Hage kommt von Haag, Hecke. Dornsträucher wie der Weißdorn wurden früher schon als lebende Zäune verwendet. Für das Hagen war der Häger verantwortlich. Meist war das der jüngere Sohn des Hofes, der nicht den eigentlichen Hof erbte, sondern nur ein Stück Land, das er eben einfriedete oder einhagte.

Ökologisch spielt dieser Baum eine sehr wichtige Rolle, denn eine Vielzahl von Insekten und Vögeln findet hier Nahrung, Unterschlupf und einen Brutplatz.

Gibt es verschiedene Arten von Weißdorn?

Bei uns und in ganz Europa ist der Eingriffelige Weißdorn (Crataegus monogyna) besonders weit verbreitet, aber es gibt auch weitere Arten, wie den Zweigriffeligen Weißdorn (C. oxyacantha bzw. Crataegus laevigata). Wie der Name schon verrät, unterscheiden sich diese beiden Arten dadurch, dass die Blüten und Früchte des Eingriffeligen Weißdorns nur einen Griffel haben. Der Zweigriffelige Weißdorn hat dagegen 2 Griffel. Für diese Unterscheidung braucht man allerdings etwas Übung. Einfacher ist die Unterscheidung anhand der Blatt-Form: Eingriffeliger Weißdorn hat viel tiefer und stärker gelappte Blätter.Darüber hinaus gibt es in Europa weitere Arten. Wildwachsend, verwildert oder angebaut findet man beispielsweise Crataegus pentagyna auf der Balkanhalbinsel, C. azarolus im östlichen Mittelmeergebiet und C. nigra in Ungarn und dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens. Charakteristisch für den Weißdorn ist, dass sich die Arten untereinander kreuzen. Deshalb sind die verschiedenen Arten manchmal schwer voneinander zu unterscheiden und der Volksmund spricht einfach von den Weißdornen. 

Woran erkennt man den Weißdorn?

Markant sind die schneeweißen Blüten-Dolden, die von vielen kleinen weißen Blüten gebildet werden. Sie blühen im Mai und schmücken den Baum oder Strauch über und über mit ihren unzähligen weißen Dolden, die ein bisschen an Schneebälle erinnern. Aus den Blüten werden während des Sommers Dolden mit Beeren, die sich bis zum Herbst kräftig rot färben. Im Gegensatz zu den roten Früchten des Gemeinen Schneeballs sind die Weißdorn-Beeren fest wie kleine Äpfelchen und gar nicht matschig. Man nannte sie früher Mehlfässchen und verwendete die getrockneten Beeren entsprechend in Notzeiten als Mehl-Ersatz.

Der Name Dorn deutet schon darauf hin, dass der Weißdorn mit Dornen bewaffnet ist, wie viele der Rosengewächse. Im Gegensatz zu den Stacheln an den Zweigen der Rosen, hat der Weißdorn aber Spross-Dornen. Sie befinden sich am Ende der jungen Triebe. Damit setzt sich die Pflanze effektiv gegen Fraß-Feinde zur Wehr. Auch uns erschwert er damit die Ernte seiner heilsamen Blätter, Blüten und Früchte.

Was bewirkt Weißdorn?

Der Weißdorn ist heute DIE Heilpflanze mit Wirkung auf das Herz. Schon lange wird er traditionell als Herztonikum und Beruhigungsmittel „für Herz und Seele“ eingesetzt. Allerdings scheint Crataegus im Altertum als Herzpflanze noch nicht bekannt gewesen zu sein. Möglicherweise lag das daran, dass Herzerkrankungen früher kaum eine Rolle in der Medizin spielten. Sie sind vielmehr typisch für unsere Zeit, in der einerseits die Lebenserwartung deutlich gestiegen ist, andererseits aber auch die ungesunde Lebensweise vieler Menschen alles andere als herzschonend ist.

In unserer Gegend galt der Weißdorn früher als Mittel zur Abwehr von Zauber. Beispielsweise wurden so viele Zweige an eine Stalltür genagelt, wie Kühe in dem Stall waren, um diese vor bösem Zauber zu schützen. Oder es wurden Torbögen aus Zweigen geflochten, durch die die Kranken geführt wurden. Die Krankheit sollte damit einfach abgestreift werden.

Der Weißdorn kommt aber auch in der traditionell chinesischen Medizin zum Einsatz. Er gilt als wärmend und ihm sind die Organe Lunge, Herz, Magen und Leber zugeordnet.

Wie verwendet man die Heilpflanze?

Aus den Blättern, Blüten und Früchten der wertvollen Heilpflanze werden herzwirksame Arzneien hergestellt. Die verschiedenen Wirkstoffe fördern die Durchblutung des Herzmuskels und verbessern so die Herzleistung.
Sie bewirken eine spürbare Erhöhung der Leistungsfähigkeit und mindern die bei nervlicher und psychischer Überlastung auftretenden Herzbeschwerden wie Enge- und Druck-Gefühle in der Herzgegend. Die herzstärkende Wirkung steht also im Vordergrund der Anwendung dieser wertvollen Herz-Pflanze.

Besonders wichtig: Es sind keine unerwünschten Wechsel-Wirkungen mit anderen Arzneimitteln oder Neben-Wirkungen bekannt – auch nicht bei Überdosierung und Daueranwendung.

Weißdorn ist in vielen pflanzlichen Arzneimitteln enthalten, die sich kräftigend auf das Herz und die Herz-Kreislauf-Funktion auswirken. Auch Weißdorn-Tee ist sehr beliebt - insbesondere bei nervösen Herzbeschwerden.

Auch die Homöopathie nutzt den Weißdorn. Hier kommen die frischen, reifen Früchte zum Einsatz. In homöopathischen Komplexmitteln verwendet man ihn meist unverdünnt in Form der so genannten Urtinktur oder in homöopathischen Tiefpotenzen. Bewährt hat sich Crataegus v.a. bei Herz-Kreislaufstörungen und beim Altersherz.

Homöopathische Anwendung von Weißdorn

der Herzstärkende unterstützt die Herzfunktion bei:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Altersherz
  • Kreislaufstörungen
  • Blutdruckstörungen
  • Herzschwäche
  • Arteriosklerose
  • Wassereinlagerungen

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zum Weißdorn in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.

Unsere Texte und Broschüren werden überwiegend von Pascoe-Mitarbeitern erstellt. Sie werden fachlich und wissenschaftlich von hausinternen Experten - Pharmazeuten, (Human)-Biologen und Ernährungswissenschaftlern - inhaltlich und rechtlich geprüft. Sollten Sie Fragen zu den Textinhalten oder unseren Produkten an unsere wissenschaftlichen Ansprechpartner haben, senden Sie uns gerne eine E-Mail an info@pascoe.at.

Alles Weitere zu unseren Experten finden Sie hier.

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.