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Naturmedizinischer Wirkstoff Vitamin B7

Biotin

Was ist Biotin?

Biotin wird auch als Vitamin B7 oder Vitamin H bezeichnet. Wie auch die anderen Vitamine ist Biotin eine chemische Verbindung, die für uns lebenswichtig ist, aber nicht selbst von unserem Körper hergestellt werden kann. Wir sind also auf deren Zufuhr angewiesen. Da Biotin wasserlöslich ist, wie auch die anderen Vitamine der B-Gruppe und Vitamin C, kann es kaum vom Körper gespeichert werden und sollte daher regelmäßig, am besten täglich zugeführt werden.
Wenn man Biotin als reine Substanz herstellt, erhält man farblose, kleine Nadeln. Für die erstmalige Isolierung von 1,1 mg Biotin benötigten Benno Tönnis und Fritz Kögl 1936 250 kg getrocknete Eidotter.

Welche Nahrungsmittel enthalten Biotin?

Biotin ist zwar in vielen Nahrungsmitteln enthalten, allerdings nur in sehr geringen Mengen.
Beispielsweise enthalten je 100g:

  • Trockenhefe (200 μg)
  • Rinderleber (103 μg)
  • Eigelb (50 μg)
  • Haferflocken (20 μg)
  • Walnüsse (19 μg)
  • ungeschälter Reis (12 μg)
  • Weizen-Vollkornmehl (8 μg)
  • Fisch (7 μg)
  • Spinat (6 μg)
  • Rind- und Schweinefleisch (5 μg)
  • Äpfel (1 μg)

Auch Bakterien, die in unserer normalen Darmflora enthalten sind, produzieren Biotin, aber auch andere B-Vitamine. Abhängig von der Zusammensetzung der Darmflora wird eventuell sogar mehr Biotin produziert und damit auch über den Stuhl ausgeschieden, als über die Nahrung aufgenommen wird. Man vermutet, dass unser Körper einen Teil dieser Menge auch selbst verwerten kann, jedoch ist noch nicht klar, wieviel das ist. In jedem Fall spielt die Zusammensetzung der Darmflora auch eine Rolle für die Versorgung mit Biotin.

Wieviel Biotin braucht der Mensch?

Der genaue Bedarf ist gar nicht bekannt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält 30–60 μg/Tag für die angemessene Zufuhr bei gesunden Erwachsenen. Bei Säuglingen geht man von einem Tagesbedarf von 5–10 μg aus.

Wofür brauchen wir Biotin?

Biotin ist Bestandteil vieler Enzyme. Deshalb spielt es im gesamten Stoffwechsel eine bedeutende Rolle. Im Zellkern ist Biotin wichtig für die Regulation der Genfunktion.

Besonders die Caroxylasen (Carboxy-Transferasen) brauchen Biotin. Das sind Enzyme, die für den Auf- und Abbau von bestimmten Fettsäuren und Aminosäuren verantwortlich sind. Aber auch für die Zellteilung und Steuerung bestimmter Gen-Funktionen ist Biotin nötig.

Das heißt: Biotin ist an vielen allgemeinen Körperfunktionen beteiligt. Damit trägt es bei zu einer normalen Funktionsfähigkeit von:

  • Energiestoffwechsel
  • Psyche und Nervensystem
  • Mikronährstoff-Kreislauf

Außerdem dient Biotin der Erhaltung des gesunden Normalzustandes von:

  • Haaren
  • Haut
  • Schleimhäuten, auch Darmschleimhäuten

Wodurch entsteht Biotin-Mangel und wie wirkt er sich aus?

Ein Biotin-Mangel wirkt sich auf den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel aus. Die Folgen können daher sehr vielfältig sein.

Da Biotin bei richtiger Lagerung und Zubereitung der Nahrungsmittel relativ stabil bleibt, wird eine alleinige biotinarme Nahrung nicht als Ursache für Biotin-Mangel angesehen.

Problematisch dagegen sind Beeinträchtigungen/Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmflora. Die kann v.a. durch langfristige oder wiederholte Antibiotika-Einnahme auftreten. Auch eine erblich oder operativ bedingte Verkürzung des Dünndarms, Alkoholismus, Dialyse oder langfristige Einnahme mancher Arzneimittel kann zu Biotin-Mangel führen.

Aber auch extreme Ernährungsgewohnheiten können Ursache sein –allen voran der Verzehr von viel rohem Eiklar. Dieses enthält nämlich das Eiweiß Avidin. Avidin hat die Eigenschaft, Biotin so fest an sich zu binden, dass es nicht mehr für den Körper verfügbar ist.

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.